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Linguistik

Das assoziative Experiment

Das Prinzip dieses Experiments ist: Man gibt der Vp eine einzelne Einheit (ein Wort) mit der Instruktion, auf diese Einheit das folgen zu lassen, was ihr gerade als erstes dazu einfällt. Die der zugrunde liegenden Überlegung ist die: Wenn durch keine anderen Strukturen (etwa durch die Absicht, einen bestimmten Satz auszusprechen, oder durch eine aus einer bisher gehörten Sequenz entstandene probabilistische Determination) bestimmt wird, was nach einer gegebenen Einheit folgen soll, dann erscheint an dieser Stelle das, was mit der betreffenden Einheit assoziativ verbunden ist.
Der Begriff der Assoziation stammt aus der griechischen Philosophie. Ideen, Vorstellungen, Gedanken sind in der Weise miteinander verbunden, dass das Erscheinen einer Vorstellung im Bewusstsein eine andere, die mit ihr assoziiert ist, nach sich zieht, d. h. auch ins Bewusstsein bringt. Solche Assoziationen können (z. B. nach ARISTOTELES) auf zweierlei Weise zustande kommen. Der erste Faktor, der zur Bildung solcher Verbindungen führt, besteht in der Qualität der Vorstellungen bzw. Gedanken selbst. Eine Vorstellung ist mit solchen anderen assoziiert, die ihr entweder ähnlich sind oder die in einem besonderen Gegensatzverhältnis zu ihr stehen. Das Wort "groß" wäre demnach assoziativ verbunden mit "riesig", aber auch mit "klein". (Diese Verwendung des Begriffs der Ähnlichkeit kann zu Schwierigkeiten führen: assoziiert ist, was ähnlich ist - aber ähnlich ist auch eben das, was miteinander assoziiert ist). Die zweite Quelle, aus welcher Assoziationen stammen können, ist dieser Ansicht nach die Erfahrung. Assoziiert wird, was gleichzeitig oder sukzessiv erlebt wird. Wurden die Vorstellungen a und b einmal gleichzeitig oder unmittelbar einander folgend erlebt, so tendiert in Zukunft die Vorstellung a dazu, bei ihrem Erscheinen die Vorstellung b nach sich ins Bewußtsein zu ziehen. [2]
Das assoziative Experiment ist ein der psycholinguistischen Methoden der Untersuchung des kognitiven Prozesses der Textrezeption und des Übersetzungsprozesses. Das psycholinguistische Experiment kann als eine komplexe Untersuchungsmethode angesehen werden.
Das psycholinguistische Experiment umfasst also drei Schritte: In dem zu übersetzenden Text werden zuerst die lexikalischen Schlüsseleinheiten mit Hilfe der Methode der intuitiven Feststellung von Übersetzungseinheiten nach Wolfram Wilss (1992: 85) ausgewählt. [3] Das ist eine translatorische Analysemethode, die bei der Rezeption des zu übersetzenden Textes angewendet wird. Der Text wird somit in einzelne Sinneinheiten intuitiv gegliedert. Die Größe einer Sinneinheit variiert laut Jurij Stepanov (1965: 258f.) nach Grenzen und Rhythmus des eigenen Verstehens in der Zeit. Eine Übersetzungseinheit ist somit der verstandene Textabschnitt bzw. die kontextuell oder sinngemäß erfasste Textebene, die bei gegebener Übersetzungsmethode übersetzt werden kann. Diese Größe der temporalen Differenz zwischen der Aufnahme des Originaltextes und der Produktion der Übersetzung, die als Übersetzungseinheit definiert wird, wird in der Referenzphase des Übersetzungsprozesses kognitiv festgestellt. Die Referenzphase ist nichts anderes als diese temporale Distanz selbst, die schwarze Box, in der das Verstehen bzw. mentales Übersetzen abläuft.
Das freie assoziative Experiment erfolgt also in der Referenzphase, die Übersetzungseinheit entspricht somit in kognitiver Hinsicht der Referenzphase des Übersetzungsaktes selbst. Diese temporale Distanz bzw. Differenz ist jeder Translationsart eigen. Das Verhältnis des Originals zu seiner Übersetzung basiert auf einer Differenz, die aus der probabilistischen Natur des Verstehensprozesses entstanden und aus der Festlegung des notwendigen Differenzierungsgrads nach Paul Kußmaul und Hans G. Hönig (1982: 58) abzuleiten ist und den Verlauf des Übersetzungsprozesses prägt und gestaltet. Die Festlegung des notwendigen Differenzierungsgrads ergibt sich aus der Prämisse des lakunären Charakters der interkulturellen Kommunikation, deren Produkte literarische Texte sind. Die Differenz zeigt somit den Grad der Kongruenz der Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen an. Der Ausgangspunkt für den erfolgreichen Verlauf der interkulturellen Kommunikation ist die Berücksichtigung der Differenz (Lakune), d.h. der kulturellen Spezifik. Sie gilt folglich als Ausgangspunkt für die Herstellung der Äquivalenzrelationen zwischen Original und Translat, zeichnet diese semantisch aus, was dem Postulat von „equivalence in difference“ von Roman Jakobson entspricht. Sich auf den notwendigen Differenzierungsgrad festzulegen heißt nichts anderes als den Translationsakt zu vollbringen. Die Differenz erklärt den Übersetzungsprozess für möglich und notwendig.
Im zweiten Schritt wird das translatorische Experiment durchgeführt, das sich aus zwei Vorgehensweisen zusammensetzt – der Innenperspektive (introspektive bzw. prospektive Sicht) und der Außenperspektive (retrospektive Sicht auf den Übersetzungsprozess), dem das s.g. stilistische Experiment von Fjodorov (1970: 34) zu Grunde liegt (Panasiuk 2016: 231). [3] Das stilistische Experiment gilt folglich als Analogie des Übersetzungsprozesses, das jeder statischen Kategorie bar ist. Die Dynamik des Übersetzungsprozesses, so wie sie im Bewusstsein eines Übersetzers abläuft und die Form von angenommenen und abgelehnten Varianten auf dem Papier annimmt, kann Fёdorov (ebd.) zufolge kaum mit Hilfe von Schemata und Modellen dargestellt werden, denn die Formen des Ablaufs dieses Prozesses sind unendlich verschieden. Die Anwendung des stilistischen Experiments kann folglich in zweierlei Hinsicht gesehen werden – in Bezug auf die Darstellung des Übersetzungsprozesses und auf die Bewertung der bereits vorhandenen Übersetzungen. Daher erweist sich die Durchführung der Analyse von Übersetzungen in zwei Richtungen als wichtig: Einerseits sind das verschiedene Übersetzungsvarianten des Originals, die von einem Übersetzer produziert wurden.
Und andererseits ist das die Analyse verschiedener Übersetzungen eines literarischen Textes, die von verschiedenen Übersetzern angefertigt wurden. Auf diesem Wege kann gezeigt werden, wie sich die Kreativität der Übersetzung sprachlich gestaltet bzw. erreicht sowie beschrieben werden kann.
Dadurch erweist sich im dritten Schritt des psycholinguistischen Experiments der Einsatz des kontextuell gebundenen Assoziierens als sinnvoll. Das intersprachliche semantische Feld, das in jedem Übersetzungsakt aktiviert wird, stellt den Prozess der Suche nach Übersetzungsvarianten in der Verifizierungsphase, beim mentalen Übersetzen, dar. Die innere Struktur des mentalen Lexikons des Übersetzers setzt sich aus intersprachlichen semantischen Feldern zusammen, die durch den Mechanismus als translatorische Fertigkeit des Umschaltens (code-switching) eintrainiert werden.
Diese Tatsache rechtfertigt die Durchführung des kontextuell gebundenen assoziativen Experiments gerade mit den translatorischen Feldern. Assoziationen auf ein bestimmtes Stimulus-Wort, hier ein translatorisches Feld, werden in diesem Zusammenhang durch den Kontext determiniert. Derartige kontextuell gebundene Assoziationen sollen meistens rascher als im Fall eines freien Assoziierens erfolgen. Das sind paradigmatische Assoziationen, die der intersprachlichen kontextuellen Synonymie zu Grunde liegen. Der Kontext eines Wortes kann die Bedeutung dieses Wortes dadurch beeinflussen, dass durch den betreffenden Kontext bestimmte Assoziationen dieses Wortes wirksam werden, während die anderen in den Hintergrund treten und dadurch weniger verfügbar werden. Dem Übersetzer werden also die translatorischen Felder vorgelegt, zu denen er seine rezeptiven Reaktionen in Form von Responses (Assoziationen) aufschreiben soll, wobei diese sowohl ausgangs- als auch zielsprachlich bzw. beides sein können. Laut Deese (1962: 163) und Hörmann (1967: 183f.) wird die Bedeutung eines Wortes als Verteilung der Wort-Responses, die auf den betreffenden Stimulus hin produziert werden, definiert. Es wird somit ein Netz verbaler Assoziationen auf den Stimulus hin erzeugt, das als assoziatives Feld und gleichzeitig als Bedeutung des Schlüsselwortes bezeichnet werden kann. Bedeutung ist nach Hörmann (1967: 185) ein feldartiger Zusammenhang, den eine Palette von Assoziationen etabliert. Bedeutung als Zusammenhang sieht Hörmann in zweierlei Hinsicht als Zusammenhang des Wortes mit außersprachlichen Verhaltensereignissen sowie als Zusammenhang des Wortes mit anderen Wörtern, die seine verbale Umgebung etablieren, an. Die Bedeutung eines Wortes wird also in den Responses gesehen, die es auslöst. [3]

Quellen:

⠀ Deklination des Substantivs. – Ressource: https://www.verbformen.de/deklination/substantive/?w=Experiment

⠀ Hans Hörmann. Sprachliche Assoziationen und das Problem der Bedeutung. – Ressource: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-02286-3_6?noAccess=true

⠀ Igor Panasiuk. Das freie assoziative Experiment als psycholinguistische Untersuchungsmethode des Übersetzungsprozesses: Ein theoretischer Exkurs. – Ressource: file:///C:/Users/Olena/Downloads/12678-Tekst%20artyku%C5%82u-12606-1-10-20210308.pdf

die Wortarten Substantiv
Одушевленное/неодушевленное abstrakt
Genger neutral
Singular
Nominativ das assoziative Experiment
Genitiv des assoziativen Experimentes/Experiments
Dativ dem assoziativen Experiment/Experimente
Akkusativ das assoziative Experiment
Plural
Nominativ die assoziativen Experimente
Genitiv der assoziativen Experimente
Dativ den assoziativen Experimenten
Akkusativ die assoziativen Experimente