Das mediale Bild der Welt
Das mediale Weltbild ist eine von den Medien geformte Repräsentation der Welt.
Ein Ergebnis vieler Studien ist, dass Menschen sich vor der Beeinflussung durch Fake News fürchten. Sind das für den Normalnutzer wirklich reale Ängste? Oder vor allem angenommene Sorgen, weil wir ständig gesagt bekommen, wie gefährlich Fake News für die Demokratie sind?
Aus unserer Repräsentativbefragung wissen wir, dass der Bedarf in der Bevölkerung sehr hoch ist, etwas gegen Desinformation und Hass im Netz zu unternehmen – nur was genau, das bleibt schemenhaft. Wissentlich sind offenbar wenige Menschen Fake News auf den Leim gegangen. Das eigentliche Problem ist, dass in der Bevölkerung der Eindruck entstehen könnte, dass sich Falschinformationen über alle Medien hinweg verbreiten, je häufiger der Begriff öffentlich diskutiert wird. Der Effekt: Die Leute reduzieren ihren Konsum nicht nur bei Facebook, TikTok & Co., sondern schränken ihre Nutzung generell ein, weil sie überall Fake News vermuten. Das, was man in der Debatte eigentlich erreichen will – eine öffentliche Sensibilisierung und Aufklärung –, bewirkt in bestimmten Bevölkerungsteilen das Gegenteil.
Und was ist mit der Verbreitung von Hassrede?
Der grassierende Hass im Netz führt dazu, dass die Menschen sich aus Debatten in Social Media raushalten, nicht nur, weil sie es nicht mehr aushalten. Sondern weil sie erkennen, dass die dortige Gesprächskultur zur gesellschaftlichen Spaltung beiträgt. Das ist etwas, das in der Bevölkerung durchaus sehr breit reflektiert wird – von der Taxifahrerin über die Rentnerin bis zu Pflegekraft. Ich halte es inzwischen für erwiesen, dass Hass auch zum Glaubwürdigkeitsverlust von professionellen Medien führt – und zwar unabhängig, wie stark sich Redaktionen bisher um Aufklärungsarbeit oder Fact-Checking bemüht haben. Es bleibt die Herausforderung in Krisenzeiten, wie Medien einen geeigneten Umgang mit der Frustration und dem Overload des Publikums finden, um sein Vertrauen zurückzugewinnen [2].
Für uns als Medienschaffende klingt das krass, aber: Manche Menschen haben mit den professionellen Medien abgeschlossen – und das, obwohl sie dem Journalismus tendenziell eine hohe Bedeutsamkeit zuschreiben. Dieses scheinbare Paradoxon lässt sich so erklären: Das Vertrauen in die Medien, vor allem in die öffentlich-rechtlichen Sender, Qualitätszeitungen und andere Medienmarken, ist hoch. Allerdings führt der Ausnahmezustand dazu, dass die Menschen verzweifeln, sich ohnmächtig fühlen, weil sie nicht wissen, wie sie mit dem permanenten Krisenfokus in der Berichterstattung und der allgegenwärtigen Live-Ticker-Logik umgehen sollen. Diese psychische Belastungsgrenze ist individuell. Sie ist offenbar bei vielen Menschen bereits erreicht oder sogar überschritten [2].
Medien können das Weltgeschehen nicht beeinflussen, sie sollten berichten, was ist. Sie können im Rahmen ihres Informationsauftrags aber auch dazu beitragen, dass ihre Nutzer die Krisenlage besser einordnen und verarbeiten, indem sie „digitale Beipackzettel“ formulieren, die Entstehung der eigenen Berichterstattung transparenter machen, für eine konstruktivere Streitkultur sorgen, indem sie mehr zuhören und erklären, statt zu meinen. Dabei geht es mir um eine „radikale Ehrlichkeit“ in den Medien, die auf das Vertrauen des Journalismus einzahlt. Dazu gehört auch das Eingeständnis von professionellen Fehlern und Unsicherheiten, die Offenlegung eigener Motive und einer journalistischen Agenda, falls es eine gibt [2].
Überraschend ist, dass der Bildungsgrad kaum eine Rolle bei der Belastungsfrage spielt. Eine hohe Bildung sagt nichts oder wenig darüber aus, ob Menschen resilienter in ihrer digitalen Mediennutzung sind. Entscheidend sind handwerkliche Fragen wie die gezielte Suche nach Informationen, Faktenprüfungen und eine Krisenkompetenz, um die Weltkrisen einzuordnen. Wir operieren mit dem Begriff der „Digitalen Resilienz“, also einer Widerstandskraft in der Internet-Nutzung, die sich die Menschen aneignen und mithilfe der Medien erlernen können [2].
In unseren Interviews mit Internet-Nutzern wurde deutlich, dass soziale Netzwerke der Verlässlichkeit, der Erkennbarkeit und der Glaubwürdigkeit von Nachrichten eher abträglich sind. Zum einen sorgen positiv und negativ besetzte Emotionen – vor allem der Umgang mit Hassrede – für eine große Zerrissenheit unter den Nutzenden. Zum anderen können tatsächlich viele Menschen nicht mehr unterscheiden, ob ihnen bei TikTok, Facebook, Instagram und YouTube sorgfältig geprüfte Fakten oder Mutmaßungen serviert werden. Das wird zunehmend zum Problem, weil der Journalismus selbst in diesem System gefangen ist [2].
Ganz gleich, ob wir Zeitung lesen, Radio hören, fernsehen oder im Internet surfen – jeden Tag nutzen wir Medien. Das Wort Medien stammt vom lateinischen Wort „medium“ und bedeutet „Vermittler“. Mit Hilfe der Medien werden Nachrichten und Informationen übermittelt und verbreitet. Weil sich auf diese Weise sehr viele Menschen informieren können, werden Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Rundfunksender und Internet oft auch als Massenmedien bezeichnet. Massenmedien erreichen sehr viele Menschen und können so die öffentliche Meinung beeinflussen. Ihre Macht ist damit sehr groß. Wenn die Medien ihren Einfluss nutzen, um die Menschen umfassend und unabhängig zu informieren, ist das ein Vorteil. Ihre Macht kann aber auch gefährlich werden. Wenn sie zum Beispiel einseitig berichten, d.h. wenn sie nur die Argumente einer Seite oder Partei aufgreifen und die Gegenargumente verschweigen. Oder wenn Journalisten zum Beispiel negative Schlagzeilen über einen Politiker oder einen politischen Sachverhalt verbreiten – auch wenn die Informationen nicht oder nur halb zutreffen. Im schlimmsten Fall kontrolliert ein undemokratisches Regime die ganze Medienlandschaft und übt Zensur aus. Dann informieren die Medien nur noch über Dinge, die der Staat freigegeben hat. Für die Öffentlichkeit wird es damit sehr schwer, an umfassende und unabhängige Informationen zu gelangen [3].
Bei der Meinungsbildung spielen die Massenmedien ebenfalls eine bedeutende Rolle. Durch die Auswahl und Ausgestaltung von Inhalten können sie darüber bestimmen, was auf welche Weise zum öffentlichen Thema wird. Indem beispielsweise Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk- oder Fernsehsendungen bestimmte Themen in der Berichterstattung durch häufiges Erwähnen und gute Platzierung betonen, haben sie Einfluss darauf, welche Probleme von der Bevölkerung als besonders wichtig angesehen werden sollen [4].
Den (am meisten genutzten) Massenmedien Presse, Hörfunk und Fernsehen werden drei einander zum Teil stark überschneidende Funktionen zugeordnet. Diese Medienfunktionen sind:
• Information (Durch Medien können Nachrichten, Bilder und Filme – also verschiedene Informationen – verbreitet werden. So können sich Menschen informieren und werden dabei auch gut unterhalten [5]);
• Mitwirkung an der Meinungsbildung (In vielen Ländern haben Medien einen großen Einfluss auf die Meinung der Menschen. Durch die verschiedenen Kommunikationsmittel kann sich jeder mit aktuellen Themen und Meinungen vertraut machen und eigene Ansichten entwickeln [5]);
• Kontrolle und Kritik (In diesem Zusammengang dient die Berichterstattung (also der Journalismus) in den Massenmedien nicht nur der Unterhaltung. Sie soll auch Vorgänge in der Politik und Wirtschaft unter die Lupe nehmen und bewerten [5]) (hinzu kommen weitere Aufgaben wie Unterhaltung und Bildung);
• Propaganda (Medien können aber auch ganz gezielt eingesetzt werden, um die Öffentlichkeit einseitig zu beeinflussen. Anders als in demokratischen Staaten werden besonders in Diktaturen bestimmte Ideen oder politische Überzeugungen über Zeitungen und Nachrichtensendungen vermittelt. Dabei wird die Regierung immer positiv dargestellt und jede Kritik an der politischen Führung untersagt [5]).
Es ist Aufgabe der Massenmedien, durch vollständige, sachliche und verständliche Information die Bürgerinnen und Bürger in die Lage zu versetzen, das öffentliche Geschehen zu verfolgen und die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Zusammenhänge zu begreifen [4].
Wandel in der Medienlandschaft
Weltweit ist ein schneller Wandel in der Medienlandschaft zu beobachten. Alle Medien – die Printmedien, der Hörfunk, das Fernsehen und der Film – behalten zwar ihre spezifischen Eigenschaften, ihre Vorzüge und Nachteile. Gleichzeitig aber verwischen sich die Grenzen zwischen ihnen, wird alles miteinander vernetzt und in der Informationsgesellschaft über den eigenen Computer oder Smartphones (Bild 3) verfügbar. Die Medien unterliegen derzeit angesichts von Digitalisierung und Vernetzung einer umfassenden Umstrukturierung, die neue Angebotsformen entstehen ließ, z. B. Online-Zeitung, Internetradio usw. Die Welt der Medien und Informationen von heute ist geprägt durch
• einen deregulierten Markt,
• zunehmende Digitalisierung und
• neue Finanzierungsformen.
Während früher die Medieninhalte vor allem als Kulturgut galten, sind ihre Inhalte inzwischen in erster Linie Produkte, die von Medienkonzernen vermarktet werden [4].
Der Prozess der Internationalisierung hat neben der Filmbranche auch die audiovisuellen Medien radikal verändert. Die audiovisuellen Medien der USA haben heute einen Marktanteil von 40 %. Die restlichen Anteile betragen für Europa 30 % und für Australien, Kanada und Japan je 10 %. Damit sind diese Märkte zu einem Feld vielfältiger geostrategischer Interessen geworden. Durch transnationale Fusionen wollen die Mediengiganten über die gesamte Wertschöpfungskette verfügen, von der Produktion der Bilder über die Informationen bis hin zum weltweiten Vertrieb. Beim Kinofilm bedeutet das, möglichst alle Stufen der Verwertungskette zu besetzen und sich viele Vertriebswege für Medieninhalte zu sichern. Die Verwertungskette verläuft in verschiedenen Stufen:
o Zuerst läuft der Film im Kino.
o Nach einigen Monaten erscheint er auf Video und DVD.
o Wieder einige Zeit später läuft er im Pay-TV.
o Irgendwann ist der Film schließlich im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen.
Mediengroßkonzerne
Die Veränderung der Welt der Medien und Informationen wurde zu Beginn der 1990er-Jahre von den großen Hollywood-Produktionsfirmen angestoßen. Sie hat aber auch dazu geführt, dass heute ein großer Teil der Informationen von wenigen Mediengiganten kontrolliert wird. Noch nie war die Konzentration auf den internationalen Medienmärkten größer als heute.
Die Medienökonomie zwingt die Unternehmen zum Wachstum, steuert auf ein Oligopol globaler Kommunikationskonzerne zu, das jedoch auf Kosten des Wettbewerbs und der Meinungsvielfalt geht.
Nach dem jüngsten Beschluss der „Nationalen Agentur für Kommunikation“ in Washington wird die Konzentration im Medienbereich erheblich erleichtert. Künftig kann ein einziger Medienkonzern bis zu 45 % der Fernsehzuschauer „kontrollieren“. Bisher waren es 35 %. Dieser Beschluss entspricht dem Ziel der Medienkonzerne, ein möglichst breites Fernsehpublikum zu mobilisieren, um auf dem Markt der Werbung bestehen zu können.
Die Murdoch-Gruppe News Corp beherrscht die Bereiche Presse, Fernsehen, Kabel, Kino und Multimedia. Sie ist mit ihren 800 Gesellschaften in 52 Ländern auf vier Kontinenten vertreten. Medien wie Time und News Corp wirken auch bei den Printmedien mit. Fünf Konzerne haben bereits Einfluss auf 70 % der „prime-time-Zuschauer“. Der Medienriese „Clear Channel Communications“ bedient 25 % der amerikanischen Rundfunkhörer.
Wechselseitige Allianzen sichern die Kontrolle über die digitalen Plattformen in aller Welt und den kostengünstigen Zugang zu Satellitendiensten. Es sind vor allem die Satellitendienste, die eine Schlüsselrolle in einer global ambitionierten Strategie einnehmen. Durch den Kampf um hohe Zuschauerzahlen wird die Konkurrenz beim Erwerb umfassender Verwertungsrechte belebt, z. B. von Sportübertragungen, Spielfilmen. Mit etwa 50 000 Filmen und 33 000 Stunden Programm ist der französische Fernsehsender Canal+ einer der wichtigsten europäischen Rechteinhaber von audiovisuellen Produkten [4].
Besonders die sozialen Medien sind für Kinder und Jugendliche eine große Gefahr. Einerseits können sie in eine Abhängigkeit geraten und anderseits ist der gesellschaftliche Druck auf den Plattformen enorm. Auf Plattformen wie Instagram werden unter anderem unrealistische Schönheitsideale vermittelt und führen dazu, dass sich viele junge Menschen Schönheitsoperationen unterziehen, nur um dem Ideal zu entsprechen. Eine weitere Gefahr ist das Cybermobbing, denn durch die Anonymität sinkt die Hemmschwelle vieler Nutzer. Es kommt zu Hass und Hetze mit Haterkommentaren, die die Grenzen weit überschreiten. Meistens wird sich über die Folgen und Konsequenzen keine Gedanken gemacht [6].
Das Wort Cybermobbing lässt sich von dem Begriff der Cyberspace ableiten. Cyberspace steht für die virtuelle Welt, die im Internet geschaffen wurden und schließt alle Apps, Plattformen, Spiele usw. ein. Haterkommentare beziehen sich auf Kommentare auf den sozialen Plattformen im Internet. Der Begriff "Hater" lässt sich von dem englischen Wort Hate ableiten, was so viel bedeutet wie "Hass". Die Haterkommentare können auch als Hassnachrichten bezeichnet werden, da es sich dabei um Kommentare handelt, die durch hasserfüllte Motive gegenüber einer Person oder Personengruppe verwendet werden [6]. Gewaltverherrlichende Spiele und gewalttätige Beiträge sind außerdem Gefahren, den Kindern und Jugendlichen im Internet ausgesetzt sind, denn diese sind für sie frei zugänglich. Zwar arbeiten Plattformen wie Instagram daran, unangemessene Beiträge zu sperren, jedoch klappt das nicht in jedem Fall. Die Verbreitung von Fake News sowie Filterblasen sind weitere Kritikpunkte, denn sie haben einen großen Einfluss auf das Individuum und bringen ebenso ihre Gefahren mit sich.
Medien haben eine wichtige aufklärende Funktion der Information und Kritik und damit auch die Aufgabe, Fehlentwicklungen und Missstände aufzuzeigen und (differenzierten) Tatsachen und Zusammenhängen gegenüber Behauptungen und Gerüchten und der Vernunft gegenüber negativer Emotion einen Platz in der öffentlichen Wahrnehmung zu geben [7].
Von Natur aus richtet sich das Interesse der menschlichen Wahrnehmung stark auf Ungewöhnliches und mögliche Gefahr. Das bedrohliche Ereignis, das Angst macht, wird mindestens zehnmal stärker wahrgenommen als das alltägliche Geschehen. Diese natürliche Struktur der Aufmerksamkeit lässt Gewöhnliches und Gewohntes in den Hintergrund treten und verändert den Blick auf die Wirklichkeit durch Vergrößerung des Ungewöhnlichen und Bedrohlichen. Dadurch kann es beispielsweise passieren, dass entscheidende Veränderungen, wenn sie sich schrittweise und nicht spektakulär ergeben, der Aufmerksamkeit entgehen und verschlafen werden. Dazu kommt, dass eine große Neigung besteht, konkret wahrgenommene Einzelfälle rasch zu verallgemeinern und damit als verbreitet oder gar als Regel aufzufassen [7].
Die wirtschaftliche Logik der Medienpraxis ist der Verkauf von Aufmerksamkeit. Das ergibt eine Neigung, klein darzustellen oder zu übergehen, was sich nicht zur Erregung von Aufmerksamkeit eignet, Vorrang für das Aktuelle und Spektakuläre und eine Tendenz zur Überbewertung von Konflikten. Das Positive interessiert besonders, wenn es sich als neu ins Bild setzen lässt oder direkt Emotionen anspricht, etwa als strahlende Persönlichkeit, außergewöhnliche Tat oder intensive Beziehung, die berührt. Die durchschnittliche Alltagswirklichkeit kann daher stark vom veröffentlichen Geschehen abweichen. Es entsteht auch beim Bemühen um Objektivität insgesamt ein verändertes Bild, bei dem das Gewöhnliche, das langfristig Notwendige und die schrittweise Entwicklung Mühe haben, vorzukommen, weil Aktualität und Wahrnehmungsinteresse einer anderen Logik folgen. Relevanz für die Berichterstattung muss nicht Relevanz im wirklichen Leben bedeuten, weil es Unspektakuläres, Gewöhnliches und sogar Langweiliges gibt, das Bedeutung hat [7].
Qualitätsmedien und eine beachtliche Zahl von Journalisten bemühen sich um Wirklichkeitsnähe und auch um entscheidende Fragen und das langfristig Notwendige. Sie können sich aber in ihrer Arbeit der natürlichen Struktur der Aufmerksamkeit und ihrer Nachfragemacht nicht völlig entziehen. Daher und wegen des Gebotes der Objektivität und Ausgewogenheit haben zum Beispiel begabte Populisten auch in Qualitätsmedien eine verlässlich hohe Medienpräsenz, wenn sie auch kritisch kommentiert werden [7].
Das langfristig Notwendige und die schrittweise Veränderung brauchen Inszenierung, um Wahrnehmungsinteresse zu wecken. Was nicht als neu oder außergewöhnlich erscheint, wird als nicht relevant übergangen. Die Inszenierung gelingt leicht bei konkreten, entschiedenen oder, noch besser, verwirklichten Projekten oder funktionierenden Modellen. Jedenfalls sind neue Fakten, die sich ins Bild setzen lassen, interessant. Für die Berichterstattung kann es ein Vorteil sein, wenn ein Vorhaben umstritten ist, da ein Konflikt Aufmerksamkeit weckt und eine Botschaft trotz Gegenargumenten besser durchkommt.
Die Öffentlichkeitsarbeit politischer Führung steht vor der Herausforderung, für das langfristig Notwendige mit seinen belastenden Elementen und dem bescheidenen Kompromiss, der leider oft kein großer Wurf sein kann, Aufmerksamkeit und mehrheitliche Zustimmung zu finden. Unter der Begleitung von Parteienwettbewerb und den gepflegten Erwartungen von Interessensvertretungen ist es eine reizvolle Aufgabe für kreative Köpfe.
Nicht nur die politische Führung, sondern auch der Journalismus erhebt den Anspruch, zu sagen, was ist (Rudolf Augstein). Das bedeutet, versäumte Chancen, Fehlentwicklungen, Missstände aufzuzeigen, nichts zu bemänteln, aber auch nicht zu verschweigen, was (positiv) ist, Nähe zur Lebenswirklichkeit, keine Überbewertung von Konflikten, kein Hang zu negativer Emotion und Polarisierung und die Kraft, (differenzierten) Tatsachen Raum zu geben. Diese Verantwortung deckt sich keineswegs zur Gänze mit der Logik des Verkaufs von Aufmerksamkeit und ist daher eine bleibende Herausforderung für journalistische Qualität und die wirtschaftliche Geduld der Herausgeber.
Das Internet schafft neue Möglichkeiten der direkten Botschaft an Gruppen und Einzelne. Damit entfällt die Entscheidung des Journalisten, was berichtenswert ist. Der natürliche Hang der Aufmerksamkeit zum Außergewöhnlichen und Bedrohlichen wird allerdings nicht verändert. Es entsteht im Gegenteil ein zusätzlicher Schub Richtung Polarisierung und Falschmeldung durch Anonymität und mangelnde inhaltliche Verantwortlichkeit bei der Verbreitung.
Es ist eine große Hilfe für die politische Willensbildung, wenn Intellektuelle mit ihrem Potenzial sich an der konkreten Diskussion aus Sicht der langfristigen Gesamtverantwortung couragiert beteiligen, ebenfalls sagen, was ist und die Chancen von guten Vernunftlösungen gegenüber negativen Emotionen erhöhen. Diese Möglichkeit und Aufgabe der Mitgestaltung des öffentlichen Lebens wird – höflich ausgedrückt – bescheiden wahrgenommen [7].
⠀ Bild. Deklination des Substantivs. Phonetik mit Plural und Artikel. – URL: https://www.verbformen.de/deklination/substantive/?w=Bild
⠀ Manche Menschen haben mit den professionellen Medien abgeschlossen. Kultur. – URL: https://www.welt.de/kultur/medien/plus239758225/News-fatigue-Manche-Menschen-haben-mit-den-professionellen-Medien-abgeschlossen.html
⠀ Hintergrund: Medien. – URL: https://www.planet-schule.de/wissenspool/eugens-welt/inhalt/hintergrund/medien.html
⠀ Globalisierung der Medien. Lernhelfer. – URL: https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/politikwirtschaft/artikel/globalisierung-der-medien
⠀ Was sind Medien? Studyflix. – URL: https://studyflix.de/biologie/was-sind-medien-4587
⠀ Medien. Studysmarter. – URL: https://www.studysmarter.de/schule/deutsch/medien/
⠀ Hebert Sausgruber. Das mediale Bild der Welt. – URL: https://themavorarlberg.at/gesellschaft/das-mediale-bild-der-welt