Diachronie
Bedeutung/Definition
1) Linguistik: sprachwissenschaftlicher Ansatz zur Erforschung der historischen Entwicklung der Sprache [2]
2) Linguistik: Abfolge von Entwicklungsstadien einer Sprache [2]
Begriffsursprung
Anfang des 20. Jahrhunderts von französisch diachronie „Sprache in ihrer historischen Entwicklung“ entlehnt (de Saussure), dem griechisch διά (diá) „durch, über“ und χρόνος (chrónos) „Zeit“ zugrunde liegen
Gegensatzwörter
Synchronie
Anwendungsbeispiele
1) Diachronie ist ein Terminus Saussures für "historische Sprachwissenschaft". [2]
„Auch sie berücksichtigt die Dialektik von Synchronie und Diachronie, um den Zustand des Wortschatzes als Resultat seiner Entwicklung im Zusammenhang mit und in Abhängigkeit von seinen Funktionen im sprachlichen Handeln zu beschreiben.“ [2]
„Saussures absolute Trennung von Synchronie und Diachronie wird dem Wesen der Sprache nicht gerecht.“ [2]
„Nicht nur die Methode, auch das wissenschaftliche Interesse hat sich in der strukturellen Diachronie verschoben.“ [2]
„Das neuerliche Interesse an der Diachronie, und da auch speziell an der Semantik, hat aber auch einen wissenschaftsgeschichtlichen Aspekt.“ [2]
2) Die Diachronie des Deutschen lässt sich in Sprachentwicklungsepochen (Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch und Neuhochdeutsch) einteilen.
2) „Eine Sprachbetrachtung, die gleichermaßen Stabilität und Entwicklung berücksichtigt, das heißt, die Entwicklung als Veränderung der Stabilität versteht, wird neben der Diachronie auch die Synchronie respektieren müssen.“ [2]
Synchronie und Diachronie sind zwei Perspektiven auf die Sprache: Die synchrone Perspektive betrachtet die Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt, während die diachrone Perspektive die Sprache in ihrer Veränderung im Laufe der Zeit betrachtet. [3]
Diachronie ist wissenschaftliche Betrachtung der Entwicklung ganzer. Sprachen oder einzelner in ihnen zureichend isolierbarer Teilsysteme und Einzelzüge. Dabei ergeben sich zwei Stufen:
a) Feststellen von Veränderungen, die sich abgespielt haben;
b) Aufweisen der (möglichen) Gründe fiir diese Veränderungen. [4]
Diachronie (gr. δια dia „(hin)durch“ und χρονος chronos „Zeit“) ist ein Begriff, der von Ferdinand de Saussure geprägt wurde. Es ist das Antonym von Synchronie und ist damit ein Grundbegriff der Historischen Linguistik, die sich mit Sprachbetrachtungen in der Vergangenheit befasst. Im Gegensatz zur Synchronie der vergleichenden Sprachwissenschaft wird in der diachronen Betrachtung die Sprache nicht in einem eng begrenzten Zeitraum untersucht, sondern ein Sprachaspekt wird innerhalb mehrerer ausgewählter oder aller Zeiträume untersucht, verschiedene Sprachentwicklungsstufen werden miteinander verglichen, beispielsweise die Entwicklung vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen oder Ähnliches. Lange Zeit wurde der Diachronie eine untergeordnete, die synchronische Betrachtungsweise allenfalls ergänzende Funktion zugewiesen. Dies hat sich jedoch seit den 1960er Jahren mit dem zunehmenden Forschungsinteresse an Sprachveränderung und Sprachwandelprozessen geändert. Diachronie und Synchronie werden in den Fachwissenschaften als separate, sich methodisch ausschließende Ansätze betrachtet. Einige Wissenschaftler, wie L. A. [5]
Etymologie
diachronisch · Diachronie
diachronisch Adj. ‘die historische Entwicklung einer Sprache betreffend’ (Gegensatz synchronisch). [6] Der von Saussure vor 1913 geprägte und 1916 publizierte sprachwissenschaftliche Terminus frz. diachronique wird im folgenden Jahre ins Dt. übernommen. Er ist eine künstliche Bildung zu dia- (s.d.) und griech. chrónos (χρόνος) ‘Zeit, Dauer’, offensichtlich als Antonym zu früher bezeugtem frz. synchronique Adj. (s. synchronisch). Dazu das entsprechende Substantiv Diachronie f. ‘Betrachtung einer Sprache in ihrer historischen Entwicklung’, frz. diachronie (Saussure vor 1913, publiziert 1916, im Dt. 1917). Verwendungsbeispiele für ›Diachronie‹ maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora. [6]
Die Diachronie, die er sich aus diesen synchronen Schnitten durch „Thorn“ zusammensetzt, scheint dieses betonte Signal „klar“ kaum zu rechtfertigen. Häufig befähigt Schmellers Diachronie zu erhellenden Einsichten quer durch die Zeiten. Hier erscheint das Paradox von Klarheit und Unüberschaubarkeit in einem, abgehoben von den einzelnen Momenten der Synchronie und Diachronie. [6]
In der Linguistik können bei der Analyse von sprachlichen Fakten zwei verschiedene und ergänzende Gesichtspunkte verabschiedet werden: Auf anderen Wikimedia-Projekten: diachrony. Der so genannte diachronische Ansatz interessiert sich für die Geschichte der Sprache und studiert seine Entwicklungen. Der Begriff ist ein gelehrtes Darlehen auf griechischen Wurzeln gebaut, δια-, "durch" und χρόνος, "Zeit"; vergleichende Linguistik zum Beispiel hat einen diachronischen Ansatz; Auf den anderen Wikimedia-Projekten: synchron. Der so genannte synchrone Ansatz interessiert sich für eine Sprache zu einer bestimmten Zeit in seiner Geschichte; das Wort ist auch aus zwei Begriffen des Griechischen gemacht: συν-, "mit", χρόνος, "Zeit". Die Schulgrammatik ist im Wesentlichen synchrone: sie zeigt an, welche Normen als Regeln einer Sprache gelten, die sich von früheren Staaten geändert haben können. [7]
⠀ Diachronie. Deklination des Substantivs. – Ressource: https://www.verbformen.de/deklination/substantive/?w=Diachronie
⠀ Diachronie. Wortbedeutung. – Ressource: https://www.wortbedeutung.info/Diachronie/
⠀ Diachronie. Glottopedia. – Ressource: http://www.glottopedia.org/index.php/Synchronie_und_Diachronie
⠀ Diachronie. Educalingo. – Ressource: https://educalingo.com/de/dic-de/diachronie