Dialog
Dialog wird im Allgemeinen als Prozess verstanden, der gegenseitige Konsultationen beinhaltet, um durch aktives und mitfühlendes Zuhören zu einem gemeinsamen Verständnis zu gelangen, um Gemeinsamkeiten zu entdecken und Unterschiede in verschiedenen Perspektiven und Standpunkten zu verstehen.
Dialog ist weder ein simples Gespräch noch eine Debatte. Es geht nicht darum, andere davon zu überzeugen, der eigenen Sichtweise zuzustimmen oder Menschen zu bekehren. Das Ziel von Dialog ist es, Missverständnisse zu beseitigen und Stereotypen zu überwinden, um gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Im Dialog geht es darum, gegenseitigen Respekt zu entwickeln, um nachhaltige Beziehungen aufzubauen. Dialog konzentriert sich darauf, sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede zwischen zwei Personen oder Gruppen zu einem bestimmten Thema zu klären. Dialog soll zwischen Menschen, die unterschiedlich sind, Brücken bauen. Er verwandelt die zwischenmenschlichen Beziehungen von einem Zustand der Unwissenheit oder Intoleranz in einen Zustand des tieferen Verständnisses und des Respekts für das, was Menschen gemeinsam haben und auch, was sie nicht teilen. [2]
Der Begriff Dialog geht auf das altgriechische Wort dialogos zurück, was soviel wie Unterhaltung oder Gespräch heißt.
Der Dialog ist im Gegensatz zum Monolog ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen, wobei abwechselnd der eine (Rede) oder der andere (Gegenrede) spricht. Das Gespräch kann in Form einer alltäglichen Unterhaltung oder ernsten Diskussion stattfinden. Dialoge können nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich geführt werden.
In der Literatur ist der Dialog vor allem ein wesentlicher Bestandteil des Dramas. Er kommt aber auch in der Lyrik und der erzählenden Literatur vor. [3]
Der Dialog ist als Kommunikationsform das polare Gegenstück zur Diskussion. Er ist die zweite Seite der gleichen Münze. Der Dialog ist nicht besser oder schlechter als die Vorder- oder Rückseite, sondern ist Teil unserer Kommunikationsfertigkeiten. Unsere mitteleuropäische Kultur hat nur im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende immer stärker die Diskussion als Kommunikationsform favorisiert und den Dialog als Begegnungsqualität in ein Schattendasein gedrängt.
Dort, wo die Diskussion auf etwas fokussiert, analysiert und präzisiert, ist die Bewegung im dialogischen Sprechen auf ein Erweitern und Öffnen ausgerichtet. Wo die Diskussion als Gesprächsform unterscheidet und trennt, suchen Menschen im Dialog die Verbindung, die Brücken zwischen verschiedenen Welten. Für das Entfalten der ganzheitlichen kommunikativen Fertigkeiten in herausfordernden Situationen bedarf es heute umso mehr der Fähigkeit des dialogischen Sprechens und einer dialogischen Haltung. [4]
Irrtümlicherweise wird Dialog häufig als ein Gespräch zwischen zwei Menschen angesehen.
Generell ist ein Dialog aber ein Gespräch mit mindestens zwei Personen. Es können aber auch mehr beteiligt sein.
Der Begriff Dialog setzt sich aus den griechischen Wörtern "dia" für "durch" und "logos" für "Wort" zusammen. Durch Worte werden somit Situationen geklärt.
In der Philosophie wurde der Dialog verwendet, wenn ein Problem durch These und Antithese gelöst werden sollte.
In der Literaturwissenschaft wird der Begriff vor allem für Texte wie Theaterstücke verwendet, in denen mehrere Sprecher eine Rolle haben und miteinander reden.
Der Begriff wird auch in Bezug auf den interreligiösen Dialog verwendet. Hierbei treffen mehrere Religionen aufeinander und treten in einen Dialog, um Vorurteile zu bekämpfen und Anknüpfungspunkte zu schaffen oder auch durch Unterschiede zueinander zu finden. [5]
Vom Wortsinn her bedeutet Dia-Logos etwa: der Logos, d.h. das Verstehen der Wortbedeutungen fließt durch das Denken und Sprechen der Einzelnen und durch das Gespräch hindurch (dia=durch, hindurch). Dialog ist ein Praxisfeld und ein Entwicklungsprozess für generatives, kreatives Denken und bewusste Kommunikation.
Dialog ist ein Raum
• in dem wir lernen, wie wir hören und wie wir das, was wir hören, durch unsere individuellen und einzigartigen (verzerrenden) Filter verarbeiten. [6]
• in dem wir lernen, unsere Gewissheiten zu suspendieren und uns bewusst machen, wie jedeR von uns den Daten und Eindrücken, die uns umgeben, Bedeutungen zuweist.
• in dem wir lernen, nicht nur unsere Meinungen und Ideen zu zeigen sondern auch die Gedanken und Gefühle, aus denen unsere Meinungen und Ideen entstanden sind.
• in dem wir lernen, mit wachsender, echter Neugier unsere eigenen Gedanken und Annahmen zu erkunden, ebenso wie die Gedanken, Annahmen und Ideen von anderen. Ein Weg, der uns und anderen weitere und tiefere kommunikative Entdeckungen ermöglicht. [6]
• in dem es erlaubt ist, nicht zu »wissen«, um unschuldige Fragen zu stellen, die aus dem Bewusstsein, lernen zu wollen entstehen und nicht aus dem Bewusstsein »recht haben« zu wollen.
• in dem wir lernen, die Spannung auszu«halten« die von Polaritäten und Paradoxien geschaffen wird und dadurch einen sicheren Raum für Verschiedenheiten schaffen.
• in dem wir lernen, zu verlangsamen und den Prozess der Kommunikation zu öffnen und Raum zu schaffen, in dem wir wirklich zuhören können.
• in dem wir uns selbst erlauben, von der Kommunikation mit anderen berührt zu werden, ohne dass wir ablehnen und ausblenden müssen, was da ist, nur um unsere eigene Position abzusichern und zu verteidigen.
• in dem wir lernen, plädieren und erkunden auszubalancieren.
• in dem wir lernen, kollektiv zu denken und schöpferisch zu werden, indem wir entdecken, dass wir gemeinsam eine höhere Intelligenz erreichen können. [6]
⠀ Dialog. Deklination des Substantivs. – Ressource: https://www.verbformen.de/deklination/substantive/?w=Dialog
⠀ Was ist Dialog? – Ressource: https://www.kaiciid.org/de/dialog
⠀ Was ist ein Dialog? Einfach erklärt. – Ressource: https://praxistipps.chip.de/was-ist-ein-dialog-einfach-erklaert_144673
⠀ Was ist ein Dialog? Einfach erklärt. – Ressource: https://praxistipps.chip.de/was-ist-ein-dialog-einfach-erklaert_144673