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Linguistik

Diskursive Praxis

Ein Diskurs unterscheidet sich von einem Text. Wenngleich der Diskurs stets Texte beinhaltet, gehen Diskurse über das Ensemble der sprachlich formulierten Sätze, Bezeichnungen, Texte hinaus und sind nach Foucault als Praktiken aufzufassen, „die systematisch die Gegenstände bilden, von denen sie sprechen“ (Foucault 1981: 74). [2] Diskurs im Sinne von Foucault bezeichnet also eine „diskursive Praxis“ mit „eigenen Regeln“, die „keineswegs die stumme Existenz einer Realität, keinesfalls den kanonischen Gebrauch eines Wortschatzes, sondern die Beherrschung der Gegenstände [definieren]“. [2] Die elementaren Bestandteile des Diskurses sind „Aussagen“, die sich im Feld des jeweiligen Diskurses und vermittels der dem Diskurs inhärenten Regeln bündeln und damit Sinnstrukturen und Logiken hervorbringen (Foucault 1981: 89, Brede 1985: 61f., Bublitz 1999a: 23). [2] Der Sinn oder die Funktion der Aussagen ist nicht ein für allemal festgelegt, sie können sich kontextabhängig, z.B. je nach politischem, sozialem und historischem Kontext ändern, sie sind also relational (vgl. Bublitz 1999a: 23). [2].
Es ist notwendig, die verschiedenen Ansätze, die heute das theoretische Feld der Diskurstheorie und Diskursanalyse französischer Provenienz kennzeichnen, vorzustellen, ihre Beiträge zu versammeln und auf das Untersuchungsinteresse hin zu systematisieren. Insbesondere mit den Arbeiten Michel Foucaults ist die Diskurstheorie als soziologische Theorie aufgegriffen worden und wird heute zum Kanon des etablierten soziologischen Theorienbestands hinzugerechnet. Spätestens mit Foucaults Bestimmung des Konzepts von Diskurs löst sich dieses aus seiner ursprünglichen disziplinären Verortung innerhalb der Sprachwissenschaft, insbesondere der Linguistik. Diskurse sind damit nicht mehr einfach Sprachstrukturen, die die grammatikalische Ordnung oberhalb der Satzebene darstellen und Diskursanalyse bezeichnet damit nicht mehr die formale Analyse der Textstruktur. Diskurse sind vielmehr als Formen von strukturierter und strukturierender Praxis bestimmt, so dass der Begriff der diskursiven Praxis an die Stelle des Begriffs Diskurs tritt. Diskursanalyse schließt dann auf die den Texten unterliegende Praxis der Wissenskonstruktion und sucht die Ordnung des Wissens und dessen Entstehung zu rekonstruieren. Mit dieser Öffnung des Diskurskonzeptes geht die Entstehung einer Zwischendisziplin „Diskurstheorie“ einher, die sich verorten lässt zwischen Soziolinguistik und Bereichen der Soziologie (etwa der Wissenssoziologie, den so genannten Cultural Studies, der Geschlechtersoziologie, der Mediensoziologie), aber auch der Geschichtswissenschaft, Wissenschaftsgeschichte u. a. [3]
Diskursive Praktiken sind nach der Vision des Philosophen eine Reihe von anonymen, immer durch Zeit und Raum bestimmten Regeln, die in einer bestimmten Epoche und für ein bestimmtes soziales, wirtschaftliches, geografisches, sprachliches Umfeld die Ausdrucksbedingungen bestimmen.
Das Konzept der „diskursiven Praktiken“ hat seine theoretische Begründung in der Richtung erhalten Poststrukturalismus, in den Werken von J. Derrida, J. Kristeva, M. Foucault. Dieser Begriff bezeichnet semantisch und formal ähnliche Diskurse, vereint durch besondere Konstruktionsregeln, besondere "Regelmäßigkeit des Diskurses", die M. Foucault schrieb. Die semantische Einheit innerhalb der diskursiven Praxis wird durch eine etablierte, allgemein akzeptierte Art der Interpretation der Realität bestimmt. Der eine oder andere Diskurs legt seine Ideologie (Satz von Grundideen), Weltanschauungsweise, Weltanschauung fest und bildet folglich eine Ontologie des mentalen Bildes der Realität. [4]
So kann diskursive Praxis innerhalb des historisch Bestimmten definiert werden Diskursbildung als standardisierte Form der Organisation von Sprechtätigkeit, in Übereinstimmung mit den Anforderungen einer bestimmten Art von Diskurs durchgeführt wird, die in diesem Bereich üblich ist, oder jene kommunikative Sphäre einer sozialen oder beruflichen Gruppe.
Der Diskurs der modernen Massenkommunikation besteht aus verschiedenen diskursiven Praktiken, die ein gemeinsames Diskursfeld (im Sinne von M. Foucault) in der Massenkommunikation bilden. In der Ukraine gibt es im Bereich der Massenmedien zwei Haupttypen von Diskursen: ob Um die Terminologie des französischen Journalismus zu verwenden, handelt es sich um Diskurse „presse d’information“ und „presse d’opinion“, wobei letzteres aufgrund deutlich dominiert instabiler Zustand der Gesellschaft und erhöhtes Interesse des Massenpublikums an der Politik Probleme. Überzeugungskraft als führende Kommunikationsstrategie gibt es nicht nur in der Presse d’opinion, mit seiner Subjektivität der Interpretationen. Sogar die Presse d’Information, die das soll auf der Grundlage der Übermittlung ausschließlich objektiver Tatsacheninformationen, zwangsläufig Wirkung beim Empfänger – schon die Auswahl der Fakten für die Botschaft (Filtermodell, "Torhüter, Pförtner „Kurt Levin), wiederholte die Nachricht, die Einzelheiten der Interaktion mit dem Informationssystem des Empfängers. [4]
Diskurspraktiken der Postmoderne kultivieren nach und nach Zweifel und Gefühle das Misstrauen des modernen Menschen gegenüber dem Diskurs der Macht und überhaupt allem, was so gesagt wird sprachlichen Ausdruck erhält. Erworbene soziokulturelle Erfahrungen und daraus resultierende Reflexion in Bezug auf die Sprache bewirken sie gewisse Veränderungen in der Einstellung der Gesellschaft zur Sprache. T. V. Radzievskaya erwähnt eine indikative Einschätzung (in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts) dieser Änderungen und Zitate V. A. Zvegintseva: „Die Einstellung zur Sprache hat sich geändert. Die neueste Intelligenz im Bereich Sprache flößte ihr ein dem Misstrauen ähnliches Gefühl ein. [4]

Quellen:

⠀ Praxis. Deklination des Substantivs. – Ressource: https://www.verbformen.de/deklination/substantive/?w=Praxis

⠀ Diskurs. Springer Link. – Ressource: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-531-91416-9_2

⠀ Diskussionspraxis der modernen Mediensphäre. – Ressource: https://core.ac.uk/download/pdf/83099993.pdf

die Wortarten Substantiv
Одушевленное/неодушевленное abstrakt
Genger feminin
Singular
Nominativ die Praxis
Genitiv der Praxis
Dativ der Praxis
Akkusativ die Praxis
Plural
Nominativ die Praxen
Genitiv der Praxen
Dativ den Praxen
Akkusativ die Praxen