Denotat
• vom Sprecher bezeichneter Gegenstand oder Sachverhalt in der außersprachlichen Wirklichkeit
• begrifflicher Inhalt eines sprachlichen Zeichens im Gegensatz zu den emotionalen Nebenbedeutungen [1]
Gegensatzwörter
Ausdrucksseite, Formseite, signifiant eines sprachlichen Zeichens [2]
Konnotat
Übergeordnete Begriffe
Semantik, Linguistik
Anwendungsbeispiele
Das Denotat des Wortes "Venus" ist einer der Planeten und stimmt mit dem von „Abendstern“ und „Morgenstern“ überein. Es ist der gleiche Gegenstand gemeint.
„Nur bei Berücksichtigung lautlicher und semantischer Übereinstimmungen, gleicher oder ähnlicher Denotate (Bezeichnungsobjekte und Objektklassen) und des soziokulturellen Zusammenhangs kann die Etymologie zu gültigen Ergebnissen gelangen.“ [2]
„Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts nehmen dabei umfangreiche Mehrfachkomposita überhand, mit denen versucht wird, die Nomination als Kurzbeschreibung des Denotats einzusetzen und Selbstdeutigkeit der Termini zu erreichen.“ [2]
Das Denotat des Wortes "Venus" ist ein anderes als das von „Abendstern“ und „Morgenstern“. [2] Auch wenn die drei Wörter denselben Planeten meinen, unterscheiden sie sich in ihrer Bedeutung.
„Diese denotative Bedeutung wird oft auch als die Grundbedeutung eines Wortes bezeichnet, was darauf hindeutet, daß zusätzliche Bedeutungskomponenten existieren, die über das Denotat hinausweisen.“ [2]
„Da ist zunächst die Frage, ob EN wie App ein Denotat haben.“ [2]
Wortbildungen
Denotation, denotativ, denotieren [2]
Denotat
Auch: Denotatum.
Das durch ein Zeichen bezeichnete reale Objekt in der Welt: „Wenn das, worauf referiert wird, als das existiert, worauf referiert wird, ist das Referenzobjekt ein Denotat.“ (Ch. W. Morris). So verstanden sind die Denotate die einzelnen Elemente der durch das Designat gebildeten Klasse (Referent). Demzufolge können verschiedene, hinsichtlich ihres Bedeutungskerns synonyme (Synonymie) oder hyponyme (Hyponymie) Ausdrücke (generell oder kontextuell) dasselbe D. haben, wie bspw. Pferd, Gaul, Roß, Schimmel, Hengst, Vierbeiner, Tier. [3]
Die Klasse möglicher Referenten eines Zeichens; in Opposition zum Designat (als dem Klassenbegriff selbst) jedes einzelne Mitglied der durch ein Zeichen bezeichneten Klasse, d.h. „die Klasse von Objekten, Eigenschaften usw., auf die der Ausdruck korrekt anwendbar ist“ (J. Lyons), Bezeichnetes.
Der begriffliche oder kognitive, situationsunabhängige Kern der Bedeutung eines sprachlichen oder nicht-sprachlichen Zeichens (Begriff, Begriffsinhalt, Intension, Designat); bei Sprachzeichen auch lexikalische oder denotative Bedeutung, d.h. der sachlich-neutrale Teil der Bedeutung im Ggs. zum assoziativ-wertenden Konnotat. Die hinsichtlich ihres Denotats gleichen Hund und Köter unterscheiden sich durch das bei letzterem hinzukommende (konnotative) semantische ‘vom Sprecher negativ bewertet’.
In der strukturalistischen Semantik (z.B. bei H. Henne) zuweilen auch die kontextbedingte, konkrete Parole-Bedeutung („Einzelvorstellung“) eines Zeichens im Ggs. zum abstrakten, der Langue zugehörigen Designat. [3]
Bei U. Eco im Anschluss an Saussure der relative Wert) eines Zeichens innerhalb des Systems: „Das Denotatum eines Lexems ist seine semantische Valenz in einem bestimmten Feld.“ In diesem Sinne denotiert das Lexem /Baum/ im Deutschen „denjenigen Raum, diejenige semantische Valenz, die aus /Baum/ (im semantischen System der deutschen Kultur und in der vorausgesetzten Kompetenz des Sprechers) das macht, was /Holz/ und /Wald/ gegenübersteht.“ [3]
Das Wort Denotat (lateinisch denotatum „das genannte“) ist ein mehrdeutiger Fachausdruck (Terminus technicus), insbesondere der allgemeinen Zeichentheorie (Semiotik), Sprachwissenschaft (Linguistik) und der Sprachphilosophie. Er ist bedeutungsähnlich mit dem ebenfalls mehrdeutigen Ausdruck Denotation. Die jeweilige Bedeutung ist im Zusammenhang (Kontext) zu ermitteln.
Die Grundbedeutungen des Ausdrucks Denotat sind
• der begriffliche Inhalt eines Zeichens (Gegenbegriff: Konnotat); oder
• der durch ein Zeichen bezeichnete Gegenstand der außersprachlichen Wirklichkeit
„Denotat“ bedeutet zum Einen der begriffliche Inhalt eines Zeichens und bezeichnet dann einen Gegenbegriff zum Begriff Konnotat, d. h. zur affektiven, assoziierten oder emotionalen Nebenbedeutung. Der Gegensatz Denotat – Konnotat entspricht dem Gegensatz Denotation – Konnotation. [4]
Teilweise wird Denotat nur in dieser Bedeutung verwendet, teilweise wird diese Bedeutung überhaupt nicht genannt.
Verbreitet wird der Ausdruck Denotat zum Anderen auch oder nur für den von einem Zeichen bezeichneten (außersprachlichen) Gegenstand verwendet.
Der Ausdruck Denotat wird dann als bedeutungsgleich (als synonym) zu Referent[8] und zu Extension[9] angesehen. Gegenstand ist dabei in einem weiten Sinn zu verstehen und steht für Dinge, Verhältnisse, Eigenschaften oder Sachverhalte.
Abhängig von der zugrunde gelegten Semantiktheorie kann der Terminus Denotat in seiner Bedeutung noch weiter variiert und spezifiziert werden:
In einem Modell im Sinne der modelltheoretischen Semantik ist Denotat „das (mengentheoretische) Objekt, das dem Ausdruck in diesem Modell zugeordnet ist.“ [4] (Nur) wenn das Modell ein Ausschnitt der wirklichen Welt ist, ist das Denotat der Referent in der Welt.
Wird zwischen Denotat und Designat unterschieden, so bezeichnet der Ausdruck Designat die durch einen sprachlichen Ausdruck bezeichnete Klasse und Denotat die einzelnen Elemente der Klasse. So Morris: „Die Denotate sind die Elemente der Klasse (scilicet: des Designats).“ [4]
In behavioristischer Engführung kann mitunter mit Denotat nur ein „beobachtbarer Referent“ [4] gemeint sein.
⠀ Denotat. DUDEN Wörterbuch. – Ressource: https://www.duden.de/rechtschreibung/Denotat
⠀ Denotat. Wortbedeutung. – Ressource: https://www.wortbedeutung.info/Denotat/
⠀ Denotat. – Ressource: https://www.ger.ovgu.de/Fachgebiete/Germanistische+Linguistik/Linguistisches+W%C3%B6rterbuch+von+Th_+Lewandowski/D/Denotat.html