deklarativ
Adjektiv, die Komparationsformen: deklarativ, deklarativer, am deklarativsten.
Das Adjektiv deklarativ kann sowohl attributiv vor einem Nomen mit und ohne Artikel jeweils stark, schwach und gemischt verwendet werden als auch prädikativ in Verbindung mit einem Verb [1].
Bedeutung
Linguistik, speziell Sprechakttheorie: Eigenschaft sprachlicher Äußerungen, bei denen der Sprecher kundgibt, dass in Zukunft etwas Bestimmtes gelten soll; Eigenschaft von Sprechakten (= deklarativen Akten/Deklarationen), die unter geeigneten Bedingungen verwendet eine neue Wirklichkeit herstellen
Herkunft:
aus dem Englischen declarative → en „deklarativ“ [2]
Gegenwörter:
repräsentativ, direktiv, kommissiv, expressiv
Charakteristische Wortkombinationen:
deklarativer Akt, deklarativer Satz, deklarativer Sprechakt [2]
Wortbildungen:
Deklarativsatz [2]
Beispiele:
Deklarativ ist ein Begriff der Sprechakttheorie und wird auf solche Äußerungen angewendet, mit denen ein dazu berechtigter Sprecher eine neue Wirklichkeit herstellt. Wenn etwa jemand einem Bewerber durch Ausstellen einer entsprechenden Urkunde rechtswirksam zum Professor ernennt, so ist in der Formulierung der Urkunde ein deklarativer Sprechakt vollzogen.
„Das Besondere dieser Klasse illokutionärer Akte ist, dass der erfolgreiche Vollzug eines deklarativen illokutionären Aktes die Übereinstimmung zwischen propositionalem Gehalt und Realität herstellt“ [2].
„Bei performativen Sätzen ist syntaktisch zwischen deklarativen und interrogativen Formen zu unterscheiden“ [2].
Einer der fünf seit J.R. Searle (1979) üblicherweise unterschiedenen Sprechakttypen. Nach Searles Klassifikation ist das D. eine selbstreferentielle Sprechhandlung, die durch sich selbst, d.h. durch ihr Ausgesprochenwerden von der zuständigen Person im vorgesehenen Kontext, wahr wird. Durch die deklarative Äußerung wird also unmittelbar der Zustand herbeigeführt, den sie benennt (ich ernenne Sie hiermit zum ...; hiermit eröffne ich die Sitzung; ich taufe dich auf den Namen ...). Für den erfolgreichen Vollzug eines Deklarativums/einer Deklaration ist die Erfülltheit bestimmter Glückensbedingungen nach Austin (1962): „happiness“ oder „felicity conditions“ erforderlich, z.B. dass der Sprecher (z.B. als Vorgesetzer oder Präsident eines Gremiums) befugt ist, den für die Herstellung des intendierten Zustands erforderlichen Sprechakt auszuführen. [3]
Sprechaktverbtyp. Ein Verb, das zu derjenigen von Searle unterschiedenen Klassen von sprechaktbezeichnenden Verben, die Sprechhandlungen benennen, die durch ihre Äußerung die Realität schaffen, die sie bezeichnen. Was Searle als „Taxonomie illokutionärer Akte“ und damit als Typologie von Sprechakten ausgibt, erweist sich nämlich bei näherem Hinsehen als eine Klassifikation der sprechaktbezeichnenden (performativ) Verben (vgl. dazu Burkhardt 1986, 315), sodass eigentlich nur die 2. Bedeutung akzeptabel ist. Eine Sondergruppe der Deklarativa bilden die „assertiven Deklarationen“, die zwar ebenfalls durch ihre Äußerung wahr werden, aber den Glauben des Sprechers an bestimmte Tatsachen erfordern; so setzt etwa die Äußerung Ich verurteile den Angeklagten zu einer Haftstrafe von 3 Monaten voraus, dass der diese aussprechende Richter gute Gründe dafür hat anzunehmen, dass der Angeklagte die ihm zur Last gelegte Tat auch wirklich begangen hat. [3]
Verwendungsbeispiele für ›deklarativ‹
Sie ist eine rein deklarative und auf verteilte Objekte zugeschnittene Sprache [4].
Zwar wird die deklarative referentielle Integrität unterstützt, trotzdem sind die dann eigentlich doch naheliegenden referentiellen Aktionen nicht implementiert [4].
Das deklarative Gedächtnis etwa, das für die Sprache zuständig ist, hängt eng mit dem Hippocampus zusammen [4].
Ist die im Kosovo ausgerufene "Gemeinschaft serbischer Gemeinden und Siedlungen" mehr als deklarativ? [4]
Diese Resultate gelten jedoch nur für das bewusste, deklarative Gedächtnis [4].
Auch die Verständigung des Schuldners ist grundsätzlich nur deklarativ, jedoch kann dieser ohne Verständigung auch (noch) schuldbefreiend an den Altgläubiger leisten [5].
Im non-deklarativen Gedächtnis werden außerdem Fertigkeiten gespeichert, die der Mensch durch regelmäßige Wiederholung verbessern kann und die alle Handlungs- und Bewegungsabläufe des menschlichen Alltags umfassen [5].
Innerhalb des Langzeitwissens wird wiederum zwischen deklarativem und prozeduralem Wissen unterschieden [5].
Als Gegenentwurf zur imperativen Programmierung gelten die Paradigmen Funktionale Programmierung und Deklarative Programmierung [5].
Im Gegensatz zu imperativen Programmierparadigmen, bei denen das Wie im Vordergrund steht, fragt man in der deklarativen Programmierung nach dem Was, das berechnet werden soll [5].
Die Beschreibung von Werten ist zunächst nur eine deklarative Kodifizierung [5].
Dabei verfolgten diese sowohl imperative als auch deklarativ-funktionale Ansätze [5].
Deklarativsatz
Der Deklarativsatz (lateinisch declaratio, ‚Kundmachung‘, ‚Offenbarung‘; auch: deklarativer Satz, Aussagesatz, Behauptungsatz, Erzählsatz, Konstativsatz) ist neben Fragesatz und Aufforderungssatz eine der drei grundlegenden Satzarten.
Der Deklarativsatz im Deutschen
Deklarativsätze sind Satzarten, die eine Behauptung aufstellen, also eine Aussage machen, die wahr oder falsch sein könnte; explizit signalisiert werden kann dies auch durch den zusätzlichen Gebrauch von Ausdrücken wie der Meinung sein, behaupten, feststellen, sagen … dass
„Sie machte schnell die Tür zu.“ [6]
„Paul hat gestern nicht zu Mittag gegessen.“ [6]
In der Folgezeit ergaben sich jedoch Probleme mit der Definition von Ross. Eine unmarkierte Äußerung konnte mittels performativer Analyse aus der Tiefenstruktur abgeleitet werden von einem gedachten Deklarativsatz.
„Die Preise fallen.“ ← „Ich sage dir (hiermit), (dass) die Preise fallen.“ [6]
Schwierigkeiten ergaben sich bei der Herleitung von Sätzen wie:
„Kinder zu bekommen ist sozial.“ ← „Ich behaupte, dass Kinder zu bekommen sozial ist.“ [6]
„Chomskys Minimalismus ist radikal.“ ← „Ich behaupte, dass Chomskys Minimalismus radikal ist.“
Unter anderem Grewendorf und Fries wiesen diese Herleitung als inadäquat ab.
Inzwischen scheint eine Einigung bezüglich der Umdefinition anzustehen, welche darauf hinausläuft, den Satzmodus Deklarativsatz als eine Satzart zu definieren,
• deren Wortstellung mit der normalen Wortstellung der betreffenden Sprache identisch ist (also nicht markiert)
• und eine Feststellung bekundet (Die Äußerung ist also ein Assertiv).
Die deutsche Sprache markiert den Deklarativ im Hauptsatz durch eine Kombination aus Verb-Zweitstellung (vereinzelt jedoch auch Verberststellung), Topikalisierung und Verbform (nämlich Modus). Andere Sprachen signalisieren Deklarativsätze mittels Intonation durch steigenden und fallenden Tonverlauf. Weitere (wie z. B. Walisisch) ergänzen explizit (deklarative) Funktionswörter, welche in der Satzkonstruktion nur im Hauptsatz zugelassen sind, jedoch nicht in abhängigen oder eingebetteten Sätzen.
dt.: „Er kommt ja.“ – vs. – „Ich weiß, dass er ja kommt.“ [6]
Deklarative drücken einen aktiven Zustand des Anwesens aus, im Gegensatz zu einem Befehl (Imperativ), einer Frage (Interrogativ) oder einem Ausruf (Ausrufezeichen). In einem Deklarationssatz steht das Subjekt normalerweise vor dem Verb und endet fast immer mit einem Punkt [7].
Arten deklarativer Sätze
Wie bei anderen Satzarten kann ein Deklarativ entweder einfach oder zusammengesetzt sein. Ein einfacher Satzsatz ist die Vereinigung eines Subjekts und eines Prädikats, so einfach wie ein Subjekt und ein Verb in der Gegenwart (Sie singt). Eine zusammengesetzte Deklaration fügt zwei zusammengehörige Phrasen mit einer Konjunktion und einem Komma zusammen.
Einfach deklarativ: Lilly liebt Gartenarbeit [7].
Verbindung deklarativ: Lilly liebt Gartenarbeit, aber ihr Mann hasst Jäten [7].
Zusammengesetzte Deklarative können auch mit einem Semikolon verbunden werden und sind gleichermaßen wirksam. In dem obigen Satz würden Sie das Komma in ein Semikolon ändern und die Konjunktion löschen.
Deklarative vs. interrogative Sätze
Deklarative Sätze enden normalerweise mit einem Punkt, sie können aber auch als Frage formuliert werden. Im Gegensatz zu Fragesätzen, die zur Informationsbeschaffung befragt werden, wird zur Klärung eine deklarative Frage gestellt.
Beachten Sie, dass der Betreff in einem deklarativen Satz vor dem Verb steht. Eine andere einfache Möglichkeit, die beiden Sätze voneinander zu unterscheiden, besteht darin, das Fragezeichen für einen bestimmten Zeitraum zu ersetzen. Ein deklarativer Satz wie der oben genannte wäre immer noch sinnvoll, aber das Interrogativ macht mit einer Periode keinen Sinn.
Imperative und ausschließende Sätze
Es kann ziemlich leicht sein, einen deklarativen Satz mit einem fragenden Satz zu verwechseln. Wenn der Satz eine Tatsachenfeststellung ausdrückt, könnte das, was wie ein Ausrufezeichen aussieht, deklarativ sein (obwohl es eine weniger verbreitete Form ist). Alles hängt vom Kontext ab.
Imperativ: Bitte kommen Sie heute Abend zum Abendessen.
Exclamative: "Komm zum Abendessen!" forderte mein Chef.
Deklarativ: Du kommst heute Abend zum Abendessen! Das macht mich so glücklich!
Es ist unwahrscheinlich, dass Sie auf ein Beispiel stoßen, in dem ein Imperativ mit einem Deklarativ verwechselt wird [7].
Deklarativ ändern
Deklarationen können, wie andere Satztypen, je nach Verb entweder in positiver oder in negativer Form ausgedrückt werden. Um sie von Imperativen zu unterscheiden, denken Sie daran, nach einem sichtbaren Thema zu suchen.
Deklarativ: Du bist nicht unhöflich.
Fragend: Sei nicht unhöflich.
Wenn Sie immer noch Schwierigkeiten haben, die beiden Arten von Sätzen zu unterscheiden, versuchen Sie, beide mit einer hinzugefügten Tag-Frage auszudrücken. Ein deklaratorischer Satz ist immer noch sinnvoll. Der Imperativ wird nicht [7].
Hauptunterschied – deklarativ vs. Imperativ
Ein Satz kann anhand seiner Funktionen in vier Typen eingeteilt werden. Diese vier Kategorien sind als deklarativ, imperativ, fragend und ausrufend bekannt. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf deklarative Sätze, zwingende Sätze und die Unterschiede zwischen ihnen. Das Hauptunterschied zwischen deklarativen und imperativen Sätzen liegt in ihren Funktionen; deklarative Sätze übermitteln Informationen und Fakten wohingegen Imperative Sätze geben Befehle oder Befehle aus [8].
⠀ Deklarativ. Deklination des Substantivs. Phonetik mit Plural und Artikel. – URL: https://www.verbformen.de/deklination/adjektive/deklarativ.htm
⠀ Wiktionary. https://de.wiktionary.org/wiki/deklarativ
⠀ Wiktionary. https://de.wiktionary.org/wiki/deklarativ
⠀ Deklarativ. DWDS. – URL: https://www.dwds.de/wb/deklarativ
⠀ Deklarativ. PONS. – URL: https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/deutsche-rechtschreibung/deklarativ
⠀ Deklarativsatz. – URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Deklarativsatz
⠀ Anfängerleitfaden für deklarative Sätze. – URL: https://lifehackk.com/57-declarative-sentence-grammar-1690420-4965
⠀ Hauptunterschied – deklarativ vs. Imperativ. – URL: https://www.sawakinome.com/articles/language/difference-between-declarative-and-imperative.html