Behaviorismus
Behaviorismus ist die Theorie der Wissenschaft des menschlichen und tierischen Verhaltens. Das Gehirn wird dabei als „Black Box“ angesehen, deren innere Prozesse nicht von Interesse sind. Verhalten wird als Ergebnis von verstärkenden und abschwächenden Faktoren aufgefasst.
John B. Watson gilt als Begründer des Behaviorismus. Watson lehrte an der John-Hopkins-Universität in Baltimore und machte den Behaviorismus in den 1920er Jahren zum vorherrschenden Denkansatz in der Lernpsychologie. In seiner Schrift „Psychology as the Behaviorist Views it“ grenzt er sich von der auf Introspektion beruhenden Bewusstseinspsychologie ab und fordert, alles Subjektive aus der Psychologie zu verbannen. Das Ziel Watsons und der Behavioristen war die Etablierung der Psychologie als objektive Wissenschaft und damit ihrer Anerkennung als Teil der Naturwissenschaften.
In den 1950er Jahren fand der Behaviorismus durch die Werke von Burrhus F. Skinner seinen Höhepunkt im sog. “radikalen Behaviorismus”. In behauptet Skinner, dass Bewusstsein und freier Wille Illusionen seien und menschliches Verhalten ausschließlich auf gelernten Reaktionen auf Reize aus der Umwelt basiere. Heute hat die Psychologie die starren Schranken des Behaviorismus hinter sich gelassen und betrachtet in der Lernforschung auch die inneren Prozesse, die strenge Behavioristen als Gegenstand der Forschung ausschließen wollten. Dennoch stellt der Behaviorismus einen wichtigen Schritt in der psychologischen Forschung dar. Seine Suche nach experimentell messbaren Gesetzmäßigkeiten im menschlichen Verhalten ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil der Lernforschung.
Leitgedanken des Behaviorismus
Der Leitgedanke des Behaviorismus besteht darin, die Psychologie auf die Untersuchung beobachtbaren Verhaltens (d.h. Hebel drücken, Körperreaktionen etc.) zu beschränken. Die inneren Prozesse des Menschen (Emotion, Motivation, Absicht etc.) werden zwar nicht geleugnet, bleiben aber bewusst unberücksichtigt, da sie weder beobachtbar noch präzise messbar sind. Das Innere des Menschen wird in behavioristischen Theorien demzufolge als „Black Box“ angesehen.
Das grundlegende Paradigma des Behaviorismus ist das Reiz-Reaktions-Schema: auf bestimmte Reize (sog. Stimuli, z.B. Hunger, Licht) folgen bestimmte Reaktionen (sog. Responses, z.B. Speichelfluss, Hinwenden zur Lichtquelle).
http://www.lernpsychologie.net/lerntheorien/behaviorismus
Der Behaviorismus als psychologische Erklärung für Lernen wurde Ende des 19. Jahrhunderts begründet, wobei dessen bedeutendste Vertreter Pawlow und Skinner waren. Pawlow untersuchte in den berühmten Hundeexperimenten den konditionierten Reflex (klassische Konditionierung), Skinner beschäftigte sich mit dem vom Lernenden ausgehenden instrumentellen Lernen (operante Konditionierung). Ein zentraler Aspekt der behavioristischen Lerntheorie ist das Reiz-Reaktions-Schema. Ausgehend von der Annahme, das Gehirn sei eine Art Black-box, nimmt dieses Konzept an, dass das Gehirn eines Lebewesens einen Reiz erhält und dann auf diesen eher passiv reagiert. Im Lernprozess werden somit durch Reize die Reaktionen des Lernenden beeinflusst, um so ein bestimmtes oft vorher definiertes Lernergebnis zu erzielen. Der Lehrende reagiert danach positiv oder negativ auf das Verhalten des Lernenden, oder er kann er das Verhalten des Lernenden auch ignorieren, um das Verhalten nicht zu verstärken. Wenn der Lernende eine positive Konsequenz auf seine Reaktion erfährt, so verstärkt dies nach den Annahmen des Reiz-Reaktions-Modells sein Verhalten. Wird mit negativer Konsequenz auf sein Verhalten reagiert, entsteht eine manchmal nur kurzfristige Reduktion des Verhaltens. Die völlige Löschung einer ungewünschten Reaktion kann durch Ignorieren des Verhaltens erreicht werden. (Stangl, 2022).
Der Behaviorismus als psychologische Erklärung für Lernen wurde Ende des 19. Jahrhunderts begründet, wobei dessen bedeutendste Vertreter Pawlow und Skinner waren. Pawlow untersuchte in den berühmten Hundeexperimenten den konditionierten Reflex (klassische Konditionierung), Skinner beschäftigte sich mit dem vom Lernenden ausgehenden instrumentellen Lernen (operante Konditionierung). Ein zentraler Aspekt der behavioristischen Lerntheorie ist das Reiz-Reaktions-Schema. Ausgehend von der Annahme, das Gehirn sei eine Art Black-box, nimmt dieses Konzept an, dass das Gehirn eines Lebewesens einen Reiz erhält und dann auf diesen eher passiv reagiert. Im Lernprozess werden somit durch Reize die Reaktionen des Lernenden beeinflusst, um so ein bestimmtes oft vorher definiertes Lernergebnis zu erzielen. Der Lehrende reagiert danach positiv oder negativ auf das Verhalten des Lernenden, oder er kann er das Verhalten des Lernenden auch ignorieren, um das Verhalten nicht zu verstärken. Wenn der Lernende eine positive Konsequenz auf seine Reaktion erfährt, so verstärkt dies nach den Annahmen des Reiz-Reaktions-Modells sein Verhalten. Wird mit negativer Konsequenz auf sein Verhalten reagiert, entsteht eine manchmal nur kurzfristige Reduktion des Verhaltens. Die völlige Löschung einer ungewünschten Reaktion kann durch Ignorieren des Verhaltens erreicht werden. (Stangl, 2022).
Stangl, W. (2022, 11. Mai). Behaviorismus. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. https://lexikon.stangl.eu/182/behaviorismus
Der Behaviorismus gilt als die Theorie der Wissenschaft von menschlichem und tierischem Verhalten. Dabei wird das Verhalten als Ergebnis von verstärkenden oder abschwächenden Faktoren angesehen.
Die Ursprünge des Behaviorismus lassen sich auf den russischen Physiologen Iwan P. Pawlow zurückführen. Seine Forschungen boten die Grundlage für den Behaviorismus als psychologisches Paradigma.
Der Psychologe John B. Watson hat dann Tierexperimente entwickelt, mit denen er Pawlows Modelle und Prinzipien auf die Menschen übertragen hat.
Mit seinem 1913 erschienen Artikel "Psychology as the behaviorist views it" prägte Watson erstmals den Begriff des Behaviorismus. Damit wollte er die Psychologie als Teil der anerkannten Naturwissenschaften etablieren.
Vor allem bis in die 1960er-Jahre war der Behaviorismus von großer Bedeutung. Später jedoch wurde der Kognitivismus zum dominierenden Paradigma der Psychologie.
Der britische Philosoph John Locke (1632–1704) vertrat schon früh die Ansicht, dass der Mensch als tabula rasa (leeres Blatt) auf die Welt kommt und somit sein späteres Verhalten stets durch Erfahrungen durch äußere Reize geprägt ist. Dies deckt sich mit den späteren Ansichten des Behaviorismus, dass der Mensch ein Produkt seiner Umwelt sei.
Auch die Versuche des US-amerikanischen Psychologen Edward Lee Thorndike (1874–1949) und die daraus resultierende Theorie vom Lernen durch Versuch und Irrtum beeinflussten spätere Theorien des Behaviorismus.
Iwan Petrowitsch Pawlow (1849–1936) war ein russischer Mediziner und Physiologe. Im Jahre 1904 wurde ihm für seine Arbeit über Verdauungsdrüsen der Nobelpreis der Medizin verliehen. Diese Forschung diente auch als Grundlage für seine behavioristischen Lerntheorien. Die Theorie der klassischen Konditionierung stützte er vor allem durch seine bekannten Versuche mit Hunden.
John Broadus Watson (1878–1958) war ein US-amerikanischer Psychologe. Er gilt als einer der bekanntesten Vertreter des Behaviorismus und wurde berühmt durch seine Theorien und Versuche zur operanten Konditionierung.
Der kanadische Psychologe Albert Bandura (1925–2021) ist ein weiterer Hauptvertreter des kognitiven Behaviorismus. Er hat den Begriff des Lernens durch Beobachtung definiert. Dieser wird auch Modellernen genannt. Sein bekanntestes Experiment ist die Bobo-Doll-Studie aus dem Jahr 1963.
https://www.studysmarter.de/schule/psychologie/hauptstroemungen-der-psychologie/behaviorismus/
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