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Linguistik

Deklarativ

Deklarativ, deklarativer, am deklarativsten [1].
Adjektiv.

Auf eine Deklaration bezogen, in der Art einer Deklaration; Eigenschaft sprachlicher Äußerungen, bei denen der Sprecher kundgibt, dass in Zukunft etwas Bestimmtes gelten soll [1].

Bedeutungen:
1) allgemein: auf eine Deklaration bezogen, in der Art einer Deklaration;
2) Linguistik, speziell Sprechakttheorie: Eigenschaft sprachlicher Äußerungen, bei denen der Sprecher kundgibt, dass in Zukunft etwas Bestimmtes gelten soll; Eigenschaft von Sprechakten (= deklarativen Akten/Deklarationen), die - unter geeigneten Bedingungen verwendet - eine neue Wirklichkeit herstellen [2].
Herkunft:
aus dem Englischen declarative → en „deklarativ“ [2]
Gegenwörter:
repräsentativ, direktiv, kommissiv, expressiv [2]
Beispiele:
„Das Besondere dieser Klasse illokutionärer Akte ist, dass der erfolgreiche Vollzug eines deklarativen illokutionären Aktes die Übereinstimmung zwischen propositionalem Gehalt und Realität herstellt“ [2].
„Bei performativen Sätzen ist syntaktisch zwischen deklarativen und interrogativen Formen zu unterscheiden“ [2].
Charakteristische Wortkombinationen:
deklarativer Akt, deklarativer Satz, deklarativer Sprechakt [2]
Wortbildungen:
Deklarativsatz [2]

Deklarativ ist ein Begriff der Sprechakttheorie und wird auf solche Äußerungen angewendet, mit denen ein dazu berechtigter Sprecher eine neue Wirklichkeit herstellt. Wenn etwa jemand einem Bewerber durch Ausstellen einer entsprechenden Urkunde rechtswirksam zum Professor ernennt, so ist in der Formulierung der Urkunde ein deklarativer Sprechakt vollzogen [2].
Deklarativsätze sind Satzarten, welche eine Behauptung aufstellen, also eine Aussage machen und dazu Verben verwenden wie der Meinung sein, behaupten, feststellen, sagen usw.
Sie machte schnell die Tür zu [3].
Paul hat gestern nicht zu Mittag gegessen [3].
Das Besondere dieser Klasse illokutionärer Akte ist, dass der erfolgreiche Vollzug eines deklarativen illokutionären Aktes die Übereinstimmung zwischen propositionalem Gehalt und Realität herstellt [4].
Bei performativen Sätzen ist syntaktisch zwischen deklarativen und interrogativen Formen zu unterscheiden [4].
Sprachwissenschaftliche Betrachtung
Veraltete Definition
Ross entwickelte den Begriff 1968 für die Transformationsgrammatik. Der Deklarativsatz ist somit ein Satz, welcher (in der Tiefenstruktur) von Verben des Sagens (verbum dicendi) oder Wahrnehmungsverben (verbum sentiendi) abhängt. Also Verben wie der der Meinung sein, behaupten, feststellen, sagen usw.
Ich bin der Meinung, dass etwas geschehen muss [3].
Neudefinition
In der Folgezeit ergaben sich jedoch Probleme mit der Definition von Ross.
Eine unmarkierte Äußerung konnte mittels performativer Analyse aus der Tiefenstruktur abgeleitet werden von einem gedachten Deklarativsatz.
Die Preise fallen. < Ich sage dir (hiermit), (dass) die Preise fallen [3].
Schwierigkeiten ergaben sich bei der Herleitung von Sätzen wie
Kinder zu bekommen ist sozial. < Ich behaupte, dass Kinder zu bekommen sozial ist [3].
Chomskys Minimalismus ist radikal. < Ich behaupte, dass Chomskys Minimalismus radikal ist [2].
Unter anderem Grewendorf und Fries wiesen diese Herleitung als inadäquat ab. Inzwischen scheint eine Einigung bezüglich der Umdefinition anzustehen, welche darauf hinausläuft, den Satzmodus Deklarativsatz als eine Satzart zu definieren, deren Wortstellung mit der normalen Wortstellung der betreffenden Sprache identisch ist (also nicht markiert) und eine Feststellung bekundet. (Die Äußerung ist also ein Assertiv.) Vor allem die deutsche Sprache markiert den Deklarativ auf spezielle Art und Weise, nämlich durch das Hintenanstellen des Verbs (Verb- Zweit-Stellung, Ausnahmen auch für Erststellung) im Hauptsatz. Andere Sprachen signalisieren Deklarativsätze mittels Intonation durchsteigenden und fallenden Tonverlauf.
Weitere (wie Walisisch, Sprache der Eskimos ...) ergänzen explizit (deklarative) Funktionswörter, welche in der Satzkonstruktion nur im Hauptsatz zugelassen sind, jedoch nicht in abhängigen oder eingebetteten Sätzen.
Er kommt ja. - vs. - Ich weiß, dass er ja kommt [3].
Synonym zum Deklarativsatz ist Aussagesatz, auch Behauptungssatz, Erzählsatz oder Konstativsatz [5].
Als Aussagesatz, auch Deklarativsatz, Behauptungssatz, Erzählsatz oder Konstativsatz, wird im Deutschen ein Satz bezeichnet, der eine Annahme oder eine Behauptung aufstellt. Aussagesätze machen also eine Aussage über einen Sachverhalt, die wahr oder falsch sein kann. Im Deutschen unterscheidet man Aussagesätze, Aufforderungssätze, Fragesätze, Wunschsätze und Ausrufesätze. Diese Unterscheidung ist deshalb notwendig, weil die Position des Prädikats je nach Satzart variiert. Im Aussagesatz steht das finite Verb an zweiter Stelle, er endet mit einem Punkt oder einem Komma, die Intonation ist fallend und der Modus ist Indikativ oder Konjunktiv II (vgl. Satzarten) [5].
Grundsätzlich ist es nicht schwierig, einen Aussagesatz zu erkennen. Denn unabhängig von den grammatischen Merkmalen ist es eben ein Satz, der Etwas als tatsächlich, möglich oder hypothetisch darstellt.
In der Regel steht aber außerdem das finite Verb im Aussagesatz an zweiter Stelle. Diese Eigenschaft trifft aber auch auf den Ausrufesatz zu. Hierbei hilft allerdings ein Blick auf das schließende Satzzeichen, das entweder ein Punkt oder ein Komma ist (vgl. Interpunktion).
Das Mädchen spielt Fußball [5].
Das obige Beispiel ist ein Aussagesatz, da er etwas behauptet. Er behauptet nämlich, dass das Mädchen Fußball spielt. Darüber hinaus steht das Verb an zweiter Stelle. An erster Stelle steht das Subjekt (das) Mädchen, an letzter Stelle steht das Objekt Fußball.
Darüber hinaus endet der Satz mit einem Punkt, was weiterhin ein klares Merkmal ist. Folglich unterscheidet er sich allein durch das Satzzeichen von einem Ausrufesatz – unabhängig davon, dass ein Ausrufesatz Verwunderung oder Bewunderung ausdrückt.
Rebekka kommt abends [5].
Auch dieses Beispiel ist ein Aussagesatz. Wir erkennen dies, weil der Satz eine Behauptung aufstellt und aussagt, dass Rebekka am Abend kommen wird. Darüber hinaus steht das finite Verb an zweiter Stelle, das Subjekt steht zu Beginn. Am Ende steht ein Temporaladverbial, das durch das Adverb abends repräsentiert wird, und angibt, wann ein Ereignis stattfinden wird. Ein letztes Beispiel:

Jonas sah gestern im Kino einen Film [5].
Dieses Beispiel besteht aus mehreren Satzgliedern. Dennoch steht auch hier das finite Verb an zweiter Stelle. An erster Stelle steht abermals das Subjekt, dann folgen Temporal- und Lokaladverbial sowie das Objekt. Darüber hinaus stellt der Satz eine Behauptung auf und endet mit einem Punkt. Der Modus ist der Indikativ.
Beispiel und Umstellung
In einem deutschen Satz lassen sich alle Satzglieder umstellen. Dies gilt natürlich auch für den Aussagesatz. Es gilt, dass das finite Verb immer an der zweiten Stelle im Satz steht und wenn dies nicht der Fall ist, ist es eben kein Aussagesatz mehr.
Es gilt also, dass ein Satz ein Aussagesatz ist, wenn das finite Verb an zweiter Stelle steht. Steht es am Anfang, wird aus dem Satz ein Fragesatz, ein Wunschsatz oder ein Aufforderungssatz. Zum Wunschsatz wird der Satz auch, wenn das Verb an letzter Stelle steht und dieser mit wenn beginnt. Darüber hinaus gibt es noch weitere Kombinationen, die allerdings an dieser Stelle nicht erläutert werden müssen, da sie hier nicht zutreffen.
Sonderform: rhetorische Frage
Grundsätzlich sind Fragen Fragen und Aussagen Aussagen. Allerdings gibt es auch Aussagen, die mit einer Frage getroffen werden können. Dann enthält ein Fragesatz eine Aussage. Dieser Umstand wird als Stilmittel gewertet und als rhetorische Frage bezeichnet.
Äußerlich betrachtet, unterscheidet sich eine rhetorische Frage nicht von einer gewöhnlichen Frage. Der wesentliche Unterschied ist, dass sie vom Gegenüber keine Antwort verlangt. Sie unterstellt nämlich, dass die Antwort auf der Hand liegt. Somit kann sie eine Aussage vorwegnehmen und das Gespräch beeinflussen.
Peter:„Eva hat gestern mit mir Schluss gemacht“ [5].
Hans:„Habe ich es dir nicht gesagt?“ [5]
Das obige Beispiel verdeutlicht das Prinzip. Hans‘ Frage ist nämlich im Eigentlichen keine richtige Frage, sondern eine Aussage. Eigentlich sagt er nämlich:“Ich habe es dir gesagt!“. Folglich können rhetorische Fragen, wie auch Aussagesätze, Aussagen machen, folgen in ihrem Aufbau aber dem Fragesatz.
Im Deutschen unterscheidet man in der Regel zwischen Aussagesätzen, Aufforderungssätzen, Fragesätzen, Wunschsätzen und Ausrufesätzen. Diese Unterscheidung orientiert sich an der typischen kommunikativen Funktion des jeweiligen Satzes.
Der Aussagesatz stellt eine Annahme oder eine Behauptung auf. Solche Aussagesätze machen also eine Aussage über eine Sache, die wahr oder falsch sein kann. Diese ist somit tatsächlich, möglich oder hypothetisch.
Bei ihnen steht das finite Verb an zweiter Stelle, ihr Modus ist Indikativ oder Konjunktiv II, die Intonation ist fallend und sie enden mit einem Punkt oder einem Komma. Folglich sind sie stets Kernsätze.

Quellen:

⠀ Satz. Deklination des Substantivs. Phonetik mit Plural und Artikel. – URL: https://www.verbformen.de/deklination/substantive/?w=Satz

⠀ Deklarativ. Wiktionary. – URL: https://de.wiktionary.org/wiki/deklarativ

⠀ Behauptungssatz. Der Deklarativsatz im Deutschen. – URL: https://de-academic.com/dic.nsf/dewiki/151074#Der_Deklarativsatz_im_Deutschen

⠀ Deklarativ (Deutsch). Wortbedeutung. – URL: https://www.wortbedeutung.info/deklarativ/

⠀ Aussagesatz. Wortwuchs. – URL: https://wortwuchs.net/grammatik/aussagesatz/