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Linguistik

Die Anapher

aus lateinisch anaphora < griechisch anaphorá, eigentlich = das Emportragen; Beziehung (auf etwas)
Antonyme zu Anapher ist Epiphora

1. Wiederholung eines Wortes oder mehrerer Wörter zu Beginn aufeinanderfolgender Sätze oder Satzteile
Gebrauch
Rhetorik, Stilkunde
2. Zurückverweisendes Element eines Textes (z. B.: Die Frau ... Sie war sehr elegant)
Gebrauch
Sprachwissenschaft
https://www.duden.de/rechtschreibung/Anapher

Das bestimmende Merkmal der Anapher ist die Wiederholung eines Wortes oder mehrerer Wörter zu Beginn mindestens zweier Satz- oder Verseinheiten bzw. zweier Strophen.
Spiegelbildliches Gegenstück zur Anapher ist die Epipher. Eine Kombination von Anapher und Epipher nennt man Symploke.
Beispiele für eine Anapher:
„Sollten Sie vor mir Geheimnisse haben? Sollten Sie nicht mehr wissen, dass es die erste Bedingnis unsrer Vertraulichkeit war, einander nichts zu verschweigen?“
(Friedrich von Schiller: Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache)
„Wer nie sein Brot mit Tränen aß, / Wer nie die kummervollen Nächte / Auf seinem Bette weinend saß.“
(Johann Wolfgang von Goethe: Wer nie sein Brot mit Tränen aß...)
„Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll.“
(Goethe: Der Fischer)
„Was ist die Welt / und ihr berühmtes Glänzen? / Was ist die Welt und ihre ganze Pracht?“
(Hoffman von Hofmanns Waldau: Die Welt)
„Aufgestanden ist er, welcher lange schlief, / Aufgestanden unten aus Gewölben tief.“
(Georg Heym: Der Krieg)

Auch im sprachwissenschaftlichen Bereich gibt es Anaphora als Untergruppe der Deixis. Diese sind jedoch nicht Gegenstand dieser Betrachtung.
Eine Epipher als Gegenstück zur Anapher wiederholt am Ende eines Verses (siehe dort).
https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/anapher

Eine Anapher ist eine rhetorische Figur der Wiederholung (Repetitio): Ein Wort oder eine Wortgruppe kehren am Anfang mehrerer aufeinanderfolgender Verse, Strophen, Sätze oder Satzteile wieder. Beispiel: »Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll« (Goethe, Der Fischer).
Die Anapher ist eins der gebräuchlichsten rhetorischen Stilmittel. Sie basiert auf Wortwiederholungen: Ein Wort oder mehrere Wörter werden zu Beginn von aufeinanderfolgenden Sätzen oder Satzteilen wiederholt. Die Stilfigur wird eingesetzt, um ganze Texte oder einzelne Passagen zu strukturieren und zu rhythmisieren. Das Wiederholte wird als besonders bedeutsam für den Text angesehen. Ihre eindringliche Wiederholung entfaltet eine verstärkende Wirkung.
Beispiel
Ja, da kann man sich doch nur hinlegen,
Ja, da muss man kalt und herzlos sein.
Ja, da könnte so viel geschehen.
Ach, da gibt’s überhaupt nur: nein.
Bertolt Brecht: »Die Dreigroschenoper« (1928)

Der Begriff Anapher leitet sich vom griechischen anaphora ab und lässt sich mit »Zurückführen« oder »Rückbeziehung« übersetzen.
• Wirkung der Anapher im Text
• Strukturierung
• Rhythmisierung
• Verstärkung
In der Rhetorik zählt die Anapher zu den ältesten, einfachsten und beliebtesten Stilfiguren. Schon im antiken Griechenland wurde sie eingesetzt, um Texte oder Reden zu gliedern und ihnen einen angenehmen Sprachrhythmus zu verleihen.
Anaphern in Reden haben die Funktion, das Publikum zu fesseln. Eine politische Rede oder ein Vortrag, der mit einer eindringlichen Wortwiederholung beginnt, stimmt das Publikum ein. Die Anapher an anderen Stellen erzwingt wirkungsvoll die Aufmerksamkeit der Anwesenden.
Beispiele
»Es gibt nur vier Wege, Geld auszugeben: Gib dein Geld für dich selbst aus. Gib dein Geld für andere Leute aus. Gib anderer Leute Geld für dich aus. Gib anderer Leute Geld für andere aus.«
Nobelpreisträger Milton Friedman
»Wehe, die Parkuhr ist abgelaufen, wehe, die Steuererklärung wird zu spät abgegeben; wehe, man sortiert den Müll falsch; wehe, man baut auf Sylt eine Sandburg, das ist verboten – Stolpergefahr. Das ist kein Witz: Das ist Deutschland.«
Rede von Christian Lindner, deutscher Politiker (FDP)
Die Anapher in der Literatur
Beispiele für Anaphern lassen sich in literarischen Werken aller Epochen und Genres finden. Auffallend reich daran sind religiöse Schriften, insbesondere das »Buch der Bücher«, die Bibel.
Beispiel
»Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.«
Friedrich Schiller, »Die Verschwörung des Fiesco zu Genua« (1783)

Dieses berühmte Zitat aus Friedrich Schillers Drama enthält eine Anapher. Durch den Einsatz dieses Stilmittels wird das Gesagte zum einen eindringlich verstärkt. Zum anderen wird die Stellung des »Mohrs« als Untergebenem in jener Zeit hervorgehoben. Darüber hinaus verleiht die Wiederholung der Textstelle eine besondere Dynamik und einen eingängigen Rhythmus. Auch dank der wirkungsvollen Anapher wurde der Ausspruch zum geflügelten Wort.
Beispiele aus dem »Zauberlehrling«
»Walle! walle« (V. 9, V. 23)
»Stehe! stehe!« (V. 37)
»Welche Miene! welche Blicke!« (V. 56)
»Will dich fassen, will dich halten« (V. 67f.)
»Wehe! wehe!« (V. 79)
»Besen! Besen!« (V. 94)
Johann Wolfgang von Goethe, »Der Zauberlehrling«

Bei der Gedichtanalyse von Goethes Ballade fallen die Anaphern sofort ins Auge. Sie haben einen beschwörenden Charakter, unterstreichen die Dringlichkeit der Ausrufe oder verstärken die Verzweiflung, als die Dinge außer Kontrolle geraten.
Beispiel
»Pfui über allen Tod! Durch Schwert, durch Feuer, durch Gift, durch Strick, durch Beil. Pfui allem Tod!«
Franz Grillparzer, »Ein treuer Diener seines Herrn« (1828)
https://www.inhaltsangabe.de/wissen/stilmittel/anapher/

In der Literatur findest du Anaphern in Texten aus allen Epochen und Gattungen, da es sich um ein besonders beliebtes Stilmittel handelt.
„Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.“ – Matthäusevangelium
Schon in der Bibel kommen Anaphern an vielen Stellen vor. Meistens soll damit etwas Besonderes betont werden. Es entsteht außerdem eine feierliche Wirkung wie bei einem Gebet.
„Ich hör die Bächlein rauschen / Im Walde her und hin, / Im Walde in dem Rauschen / Ich weiß nicht, wo ich bin.“ – Eichendorff: In der Fremde.
Anapher – Wirkung
Wie du an den Beispielen siehst, entfaltet die Anapher eine bestimmte Wirkung im Text. Je nach Kontext kann sie verschiedene Funktionen haben:
Strukturierung: Der Text erhält durch die Wortwiederholung Ordnung und einen klaren Aufbau. Das ist etwa der Fall, wenn neue Abschnitte immer mit der gleichen Wendung eingeleitet werden, wie du es bei dem Beispiel aus der Bibel beobachten kannst.
Rhythmisierung: Die Anapher kann durch die mehrfache Betonung des gleichen Wortes sehr gleichmäßig oder auch beschleunigend wirken. In Gedichten wird so das Metrum verdeutlicht.
Verstärkung: Indem ein Schlüsselwort immer wieder vorkommt, wird es besonders hervorgehoben. So betonen beispielsweise Redner die Kernaussage ihrer Rede.
https://studyflix.de/deutsch/anapher-2989

Quellen:

⠀ https://www.duden.de/rechtschreibung/Anapher

die Wortarten Substantiv
Одушевленное/неодушевленное abstrakt
Genger feminin
Singular
Nominativ die Anapher
Genitiv die Anapher
Dativ der Anapher
Akkusativ der Anapher