Autor
Eigentlich sind alle, die schreiben können, Autoren. Denn sobald man einen Text schreibt, wird man zum Autor oder Verfasser eines Textes. Im engeren Sinne ist mit Autor allerdings nur der Verfasser von künstlerischen, wissenschaftlichen und journalistischen Werken gemeint. Und im engsten Sinn meint man damit sogar nur einen Schriftsteller oder Dichter. Also jemanden, der einen literarischen Text oder ein Sprachkunstwerk schreibt. Im Unterschied zu Dichter oder Schriftsteller unterteilt der Begriff Autor also nicht in literarisch und nicht literarisch, sondern bezeichnet lediglich, wer den Text verfasst hat.
Früher waren die Autoren von literarischen Texten häufig unbekannt. Es erschien den Leuten damals nicht wichtig, wer den Text geschrieben hatte. Wichtig war nur, was da geschrieben stand. Heute legt der Autor dagegen sehr viel Wert auf seine Urheberschaft und sein Werk ist gesetzlich geschützt. Viele Autoren haben übrigens Themen, über die sie besonders gerne schreiben, und einen eigenen Stil, den zumindest geübte Leser wiedererkennen können.
Übrigens sollte man den Autor nicht mit dem Erzähler oder den Figuren seines Textes gleichsetzen. Auch wenn der Text immer von den Lebensumständen des Autors, seinem Charakter und seinen Ansichten abhängt, kann er seine Figuren trotzdem ganz anders denken und handeln lassen als sich selbst. Selbst das lyrische Ich in Gedichten muss nicht mit dem realen Autor übereinstimmen.
Unabhängig davon gibt es Autoren, die in ihren literarischen Texten offensichtlich eigene Erlebnisse verarbeiten und Autoren, deren persönliches Erleben völlig hinter dem Text verschwindet oder zurück tritt.
https://www.literaturlexikon.de/sachbegriffe/autor.html
a) Verfasser eines Werkes der Literatur, eines Textes
b) Urheber eines Werkes der Musik, Kunst, Fotografie, Filmkunst
Beispiele:
ein viel gelesener Autor
neue Autoren gewinnen
unter Mitwirkung eines bekannten Autors
von diesem Autor bin ich enttäuscht
Synonyme zu Autor und Autorin:
Erzählerin, Dichter, Dichterin, Dramatiker.
https://www.duden.de/rechtschreibung/Autor
Nach Ecos Ansatz ist der Autor zwar der Urheber des Textes, aber der Text ist nach seiner Entstehung autonom, so dass Unterschiede zwischen der Absicht des Autors und der Textintension geben kann. Dieses verdeutlicht Eco im Text anhand von Interpretationsansätzen, die zu seinen Romanen Der Name der Rose und Das Foucaultsche Pendel gemacht wurden. So führt er aus, dass er seinem zweiten Roman den Titel Das Foucaultsche Pendel gegeben habe, da das von Léon Foucault erfundene Pendel im Mittelpunkt stehe. Doch Leser stellten einen Zusammenhang zu Michel Foucault her und glaubten der Titel sei eine Anspielung auf diesen Philosophen. Auch wenn Eco jetzt selbst aussagt, dass dies keine von ihm beabsichtigte Anspielung sei, so hat das keinen Wert, denn er sagt selbst: ,,Das Geschriebene hat sich von mir abgelöst und führt ein Eigenleben.“
Barthes stellt in seinem Essay einen engen Zusammenhang zwischen dem Schreiben und dem Lesen von literarischen Texten her. Auch er gesteht dem Autor noch die Rolle des Urhebers von Texten zu. Doch die Selbstbestimmung des Autors in Bezug auf die künstlerische Kreativität wird von Barthes als sehr minimal eingestuft, denn er erklärt den Text zu einem ,,Gewebe von Zitaten aus unzähligen Stätten der Kultur". Dadurch wird der Autor zu einem ,,Schreiber“ (scripteur), der vorgegebenes Sprachmaterial zusammenfügt. Der Hermeneutik erteilt Barthes eine Absage in der Hinsicht, dass Texte von nun an nicht mehr auf einen richtigen und endgültigen Sinn hin untersucht werden sollen, sondern es seien ihre diffusen Sinngebungsstrategien zu entwirren. Die literarische Gegenwart sieht Barthes als eine Art Schwellenperiode an. Der Text ist für Barthes notwendigerweise immer autorlos. Die Neuzeit betrachtet er als eine Epoche, in welcher der Autor zum unvermeidbaren Bezugspunkt im Umgang mit literarischen Texten wurde. Doch in unserer Zeit kehre der ältere, autorlose Text zurück.
Als besonders entscheidend erwies sich Foucaults Konzept der Autorfunktion. Laut Foucaults Analyse müssen Diskurse, die die Funktion ,,Autor" besitzen vier Merkmale besitzen. Zum ersten haben Autoren eine Eigentumsbeziehung zum Text, welche sich mit der Entstehung des Urheberrechts im 18. Jahrhunderts konstituiert hat. Zum zweiten ist die Autorfunktion nicht für alle Diskurse einer Gesellschaft ständig gültig. So stellt er eine historische Betrachtung an, aus der hervorgeht, dass im Mittelalter literarische Texte ohne Bezug auf einen Autor geschrieben wurden und wissenschaftliche Texte mit Autorbezug. Diese hätte sich in der Neuzeit gewandelt. Drittens sei die Autorfunktion das Ergebnis einer Konstruktion, die das Vernunftwesen Autor erst erschaffe. Viertens verweise ein Text durch Personalpronomina und Adverbien der Zeit und des Ortes auf den Autor.
https://www.grin.com/document/98158
⠀ https://www.literaturlexikon.de/sachbegriffe/autor.html